Am 6. Dezember 2015 wird der Tourismusverein Arendsee 25 Jahre. Vorsitzender Gebhard Wolf leitet ihn seit 20 Jahren. Unter seiner Regie wurden 14 Maßnahmen mit 60 Beschäftigten organisiert. Eine Aktion ist die Altmark-Classic-Rallye, die in vierter Auflage startet. Von Werbe-Ikone "Seeadler" trennt sich der Verein.

Arendsee l "Die Instandsetzungskosten für die bekannte Werbe-Ikone `Seeadler`, den ausgedienten Arendseer Ausflugsdampfer an der Ampelkreuzung an der B 190, übersteigen unsere Finanzkraft", erklärte Vorsitzender Gebhard Wolf vom Tourismusverein Arendsee und Umgebung gestern im Pressgespräch. Deshalb habe die Mitgliederversammlung beschlossen, das vom Verein vor 20 Jahren aufgestellte Schiff an den Betreiber der "Seeadler"-Raststätte zu übergeben. "Alfred Landsberg ist einverstanden und wird es sanieren", so Wolf weiter. Auch die beiden Schautafeln auf dem gleichen Areal wolle der Unternehmer in seine Verantwortung nehmen.

"Insgesamt haben wir 14 Maßnahmen mit 60 Beschäftigten auf die Beine gestellt."

"Das heißt aber nicht, dass dort keine Werbung mehr für den Verein und Arendsee gemacht wird", bekräftigte Wolf. Das sei gerade an der Bundesstraße wichtig. "Aber weitere Werbetafeln an der B 190 wird es wohl nicht geben", schätzte er ein. Als der Verein 2006 die großen Tafeln für das Wracktauch-Projekt in Kläden und Leppin aufstellen ließ, sei das mit großem Aufwand verbunden gewesen. "Und im Rahmen des geförderten Vorhabens, also mit Hilfe von Fördermitteln", erinnerte er sich.

Auf diese Art gelangen dem Verein auch weitere Maßnahmen, die eine nachhaltige Wirkung für den Tourismus hatten und noch haben. "Insgesamt haben wir 14 Maßnahmen mit 60 Beschäftigten auf die Beine gestellt", blickte Wolf zurück. Dazu gehörten die Ausstellung von Feuerwehr-Alttechnik in Kläden, die Präsentation historischer Landwirtschaftsmaschinen in der Arendseer Kulturscheune am "Deutschen Haus", der Radewegebau am Grünen Band an der Ex-Grenze, das Wracktauchprojekt, Gästebefragungen, Kinderspielplätze in Kläden und Kleinau und die Aufstellung der Gustav-Nagel-Figuren-Gruppe in der Stadt.

"Auch das Maislabyrinth in Kläden ist unvergessen und war ein Besuchermagnet."

"Aber auch das Maislabyrinth in Kläden ist unvergessen und war ein Besuchermagnet", fügte Wolf der Aufzählung hinzu. Drei Jahre lang strömten Tausende von Gästen dahin, obwohl es anfangs auch Skeptiker oder sogar Gegner gab. "Aber es war eine Attraktion", ist sich Wolf sicher. Seine Labyrinth-Idee ist vom Ortschaftsrat aufgegriffen worden und wird derzeit auf dem Sportplatz am Mehrgenerationenhaus umgesetzt. Dort entsteht mit Leader-Förderung ein Permanent-Labyrinth aus Hecken, ergänzt durch Spielplatz, Kegelbahn und Mehrzweckplatz.

Die vor drei Jahren aus der Taufe gehobene Arendsee-Altmark-Classic-Rallye dagegen geht in die nächste Runde. "Am 25. Juli 2015 findet sie in vierter Auflage statt - die Teilnehmerzahl steigt stetig an", so Wolf. Seien es beim ersten Mal 40 Fahrer gewesen, seien es inzwischen 70. Es habe sich gezeigt, dass der Zuspruch sehr stark ist, auch aus anderen Regionen wie Bördekreis, Harz und Niedersachsen. Und während die erste Tour durch den Osten der Altmark, die zweite durch den Westen und die dritte vor allem das Wendland durchfuhr, solle es nun eine Fahrt durch die gesamte Altmark sein.

Aber es sei sehr schwierig neue Projekte zu entwickeln, da die eigenen Kräfte und die Finanzierung nicht ausreichten. "Wir müssen nun erst einmal abwarten, was mit dem neue Leader-Programm machbar ist", schaute Wolf in die Zukunft. Der Verein sei Mitglied in der Aktionsgruppe Mittlere Altmark.

Dass der Verein neue Wege beschreiten müsse, habe sich auch in Sachen Gastgeberverzeichnis gezeigt. "Das hat die Luftkurort GmbH uns abgenommen und das ist auch gut so", machte Wolf deutlich. Es sei besser und effektiver, wenn die Mitglieder und Vermieter für ihre Angebote nur noch einen Ansprechpartner hätten.