Dr. Ilja Karl ist jetzt Ansprechpartner für den Rettungsdienst im Kreis. Seine wichtigste Aufgabe als ärztlicher Leiter sieht er darin, die Zahl der Notärzte in der Region zu erhöhen.

Salzwedel/Arendsee l Die Anfrage kam im Frühjahr während einer Übung in Klötze, in deren Rahmen die Rettung bei einem sogenannten Massenanfall von Verletzten trainiert wurde, erinnert sich Ilja Karl. Bis Ende vergangenen Jahres hatte Reiner Litzmann diese Funktion übernommen. Doch Litzmann, zugleich Chef der Notaufnahme im Salzwedeler Altmark-Klinikum, ging Ende 2013 in Rente, so dass die Position vakant war.

Die notwendigen Voraussetzungen - langjährige Erfahrung als Notarzt und die Qualifikation zum leitenden Notarzt - brachte Ilja Karl mit. Nach einem dreitägigen Lehrgang im idyllischen Oberwiesenthal nahm der Mediziner aus Plathe während der jüngsten Sitzung des Kreistages von Landrat Michael Ziche seine Ernennungsurkunde entgegen (die Volksstimme berichtete).

Thema Weiterbildung

Wie zeitintensiv die Position als ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes ist, könne er jetzt noch nicht absehen, so Ilja Karl, der als niedergelassener Hausarzt in Arendsee praktiziert. Aber auf jeden Fall gebe es ein paar Dinge zu regeln, für die ihm wohl nicht überall Lorbeeren winken werden, macht sich der Mediziner auf intensive Gespräche gefasst. Insgesamt benötige der Altmarkkreis mehr Notärzte und vor allem auch Kollegen mit der Qualifikation zum leitenden Notarzt. Diese seien auch in der Lage, in einem Unglücksfall die Rettungsarbeiten zu leiten und zu koordinieren. "Das Problem ist, dass wir diese Notärzte derzeit nicht haben", stellt Ilja Karl klar.

Die Notarzt-Weiterbildung für einen Massenanfall von Verletzten ist ein Thema, für das sich Ilja Karl in den kommenden Monaten einsetzen will. Auch das Krankenhaus solle ab dem kommenden Jahr verstärkt in das Notarztgeschehen eingebunden werden.

Grundsätzlich sind es vor allem Planungs- und Koordinationsaufgaben, die von Ilja Karl als ärztlichem Leiter des Rettungsdienstes in der westlichen Altmark gelöst werden müssen. Im kommenden Jahr schreibt der Altmarkkreis den Rettungsdienst neu aus. Ein Gutachten, das die aktuelle Situation in der westlichen Altmark analysiert, ist derzeit in Arbeit. Im Vorgänger-Gutachten stellte sich heraus, dass der Bereich Brunau-Packebusch zu weit von den Rettungswachen der Region entfernt ist und Einsatzfahrzeuge nicht fristgerecht eintreffen. Im Fall der Fälle wird dort der Rettungshubschrauber eingesetzt.

Neue Herausforderung

Ilja Karl rechnet damit, dass der geplante zweigleisige Ausbau der Amerika-Bahnlinie den Rettungsdienst im Altmarkkreis vor eine neue Herausforderung stellt. Die steigende Zahl der Züge, die dort unterwegs sein werden, werde die B 190 in Pretzier aufgrund der dann häufig geschlossenen Schranken in einen großen Parkplatz verwandeln, mutmaßt er. Ilja Karl hält es nicht für ausgeschlossen, dass sich möglicherweise neben den bisherigen Notarztstandorten Salzwedel, Gardelegen und Klötze ein weiterer als erforderlich erweisen könnte, wenn dann weitere Orte nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit erreichbar sind.

Denn der Altmarkkreis sei ein großes Gebiet, in dem niedergelassene Ärzte nicht planmäßig in die Strukturen des Notarztdienstes eingebunden sind. Ist der jeweils zuständige Notarzt gerade im Einsatz und werde zeitgleich anderswo benötigt, dauere es seine Zeit, bis Ersatz zur Stelle ist.

Qualitätssicherung des Rettungsdienstes, Datenerhebung über Transporte in die Krankenhäuser, Ansprechpartner für Kollegen im Notarzteinsatz - es gibt für Ilja Karl viel zu tun.