Das Projekt Familienpaten im Altmarkkreis ist erfolgreich angelaufen. Die Koordinatoren Bithja und Otmar Bergsträßer sorgen jetzt dafür, dass Familien und Paten zuein-anderfinden.

Salzwedel l "Familienpatenschaften sind so etwas wie eine erweiterte Nachbarschaftshilfe", sagt Bithja Bergsträßer. Gemeinsam mit ihrem Mann Otmar Bergsträßer will sie in nächster Zeit dafür sorgen, das Ehrenamtliche Familien in verschiedenen Situationen zur Seite stehen. Neun Familienpaten aus dem Altmarkkreis haben sich in den vergangenen Wochen im Salzwedeler Familienhof dafür ausbilden lassen. "Darunter ist ein Pärchen. Beide wollen zusammen helfen", berichtet Otmar Bergsträßer. Die beiden Koordinatoren freuen sich, dass sich neun Familienpaten gefunden haben, die diesen sozialen ehrenamtliche Dienst aufnehmen wollen. Sie sind zwischen 35 und 60 Jahre alt. "Die Familienpaten schenken einen Teil ihrer Zeit anderen", erklärt Bithja Bergsträßer. Sie beschäftigen sich mit den Kindern oder holen sie aus dem Kindergarten ab, wenn die Eltern noch arbeiten müssen oder aus anderen Gründen keine Zeit haben. Und sie bringen auf andere Weise Entlastung in einen stressigen Familienalltag, in dem Eltern Berufsalltag, Haushalt und Kinderziehung vereinbaren müssen.

Einfach zuhören

Da reiche es manchmal schon zuzuhören, Fragen der Eltern und Kinder ernst zu nehmen. Oder einen Abend lang Babysitter zu sein, damit ein Paar einmal einen schönen Abend für sich hat, um Essen, ins Kino oder ins Theater zu gehen, wenn die Großeltern zu weit entfernt wohnen, um einzuspringen.

Die Bergsträßers fungieren als Ansprechpartner für beide Seiten und stellen sicher, dass jeder Familienpate entsprechend seines für das Ehrenamt zur Verfügung stehenden Zeitlimits eingesetzt wird. "Wir sind wie eine Mitfahrerzentrale, die Reisende und Autofahrer zusammenbringt", sagt Otmar Bergsträßer mit einem Schmunzeln.

Im Fall der Familienpatenschaften muss auch die "Chemie" untereinander stimmen. Wenn es dahingehend Probleme gibt, können sich die jeweiligen Parteien an die Bergsträßers wenden. "Wir sind die Mittler", sagen sie und hoffen, dass noch mehr Leute, die etwas Zeit übrig haben und das Familienleben mögen, sich bei ihnen melden und natürlich auch Familien, die von dem Angebot profitieren möchten.

Für die Familienpaten sind regelmäßig Fortbildungen zu ausgewählten Themen geplant. Als Beispiel nannte Otmar Bergsträßer das aktuelle Thema Impfen. Bei den Zusammenkünften soll es auch einen Erfahrungsaustausch geben, die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder über Probleme zu sprechen. Wichtig sei, dass die Familienpaten an ihrem ehrenamtlichen Job Freude haben und "es auch freiwillig bleibt", betont Otmar Bergsträßer. Deshalb werden auch die Fahrtkosten erstattet. Andere Auslagen wie beispielsweise für Zoo- oder Kinobesuche mit den Patenkindern gehörten nicht dazu.

Anmeldung möglich

Der Stendaler Verein "KinderStärken" hat das Familienpaten-Projekt in den Altmarkkreis gebracht und gemeinsam mit dem Salzwedeler Familienhof die Ausbildung organisiert.

Familien können sich bei den Koordinatoren Bithja und Otmar Bergsträßer informieren und anmelden. Entweder schriftlich per e-mail: familienpaten@familienhof-salzwedel.de oder telefonisch: 03901/473057. Ein persönlicher Besuch am Familienhof ist nach telefonischer Vereinbarung möglich. Die Anmeldung ist an keine Bedingung geknüpft. Ob und wie eine Patenschaft kommt, wird in Gesprächen entschieden.