Das städtebauliche Konzept für die "Mühlengärten" liegt vor. Dafür sollen Fördermittel beantragt werden. Voraussetzung für die Umgestaltung des Areals zwischen Schul- und Ackerstraße ist der Abriss der alten Wohnblöcke. Dafür muss der Eigentümer der Immobilien ins Boot.

Arendsee l "Ich habe im Gespräch mit Ercan Topal von der Immoeura GmbH zwischen einem Abrissunternehmen und ihm vermittelt, hoffe jetzt auf eine positive Entscheidung", erklärte Arendsees Bürgermeister Norman Klebe gestern im Volksstimme-Gespräch. "Er wolle sich das Ganze durch den Kopf gehen lassen und dann entscheiden, hat er mir gesagt."

Für den mit rund 400 000 Euro geschätzten Abriss der vier Wohnblocks und die städtebauliche Gestaltung des ungeplanten Innenstadtraums könne es vom Land 108 000 Euro Fördermittel geben. "Die können wir als Kommune beantragen und an den privaten Eigentümer weiterreichen", hatte Klebe im Bauausschuss erläutert. Dort hatten er und Vizebauamtsleiterin Monika Leue das Konzept vorgelegt.

"Herr Topal kann nach dem Abriss die Parzellen an interessierte Häuslebauer verkaufen und damit Einnahmen erzielen", schätzte Klebe ein. Er könne auch selbst Häuser errichten und sie verkaufen. "Diese Varianten sind immer noch besser, als die leerstehenden Wohnblocks noch weiter verkommen zu lassen, ohne dass sie Geld einbringen", betonte Klebe.

Und die Stadt selbst habe großes Interesse daran, den Schandfleck mitten in der Stadt endlich zu beseitigen. "Gerade für die neu eröffnete Kita Seeperle und die Fontane-Schule, ebenso für die Grundschule und die Anwohner ist der Anblick unattraktiv und verwahrlost", so Klebe weiter. "Mit der Verbesserung des Umfeldes geht außerdem die Beseitigung einer Gefahrenquelle einher", fügte Monika Leue hinzu.

Topal selbst habe ihn vor Jahren auf die Idee der Fördermöglichkeit von Abriss und städtebaulicher Entwicklung gebracht, blickte Klebe zurück. Der Wiesbadener hatte 2007 die vier Wohnblocks erworben und wollte sie privatisieren. Die Häuser sollten saniert und an Mieter verkauft werden. Doch das Vorhaben blieb im Ansatz stecken. Topal hatte mit Diebstahl und Vandalismus zu kämpfen. Nach der Entkernung erster Wohneinheiten ging nichts mehr weiter. Der Unternehmer war gestern trotz mehrfacher Versuche per Telefon und E-Mail leider nicht für eine Auskunft zu erreichen.

Das Konzept der Stadt sieht nun den Abriss der 104 Wohneinheiten, verteilt auf 4 Wohnblöcke auf 1800 Quadratmetern, vor, der umbaute Raum ist mit 25 740 Kubikmetern angegeben. Die Kosten für den Abriss wurden nach Rücksprache mit einem zugelassenen Abrissunternehmen kalkuliert. Der Preis beträgt 10 Euro je Kubikmeter zuzüglich Mehrwertsteuer sowie einem Aufschlag für die Kernentsorgung. Weitere Nebenkosten für die Entfernung von Altlasten und die Freiflächenberäumung kommen hinzu, so dass eine Summe von zirka 400 000 Euro zustande kommt.

Das Konzept wird jetzt öffentlich zur Einsichtnahme ausgelegt und geht dann zum Verkehrsministerium.

Bilder