Mehrere Gründe hatten die Salzwedeler Stadtverwaltung dazu bewogen, in der Straße Südbockhorn durchgängig Tempo 30 festzulegen. Doch damit ist es seit Ende Januar vorbei. Die Gründe für die 30er-Zone reichen nicht aus, sagt Dezernent Hans Thiele vom Ordnungsamt des Landkreises.

Salzwedel l Beschwerden von Anwohnern, die dichte Wohnbebauung, starker Radfahrerverkehr, die Situation am Parkplatz an der Dumme gegenüber der ehemaligen Gertraudenkapelle, zu schnelles Fahren, die Sicherheit von Fußgängern (speziell auch der Schüler der Jenny-Marx-Grundschule), das Parken von Autos auf beiden Straßenseiten, Lärmschutz im Zusammenhang mit dem baulichen Zustand der Straße Südbockhorn: Allesamt Gründe, die nach Meinung der Salzwedeler Stadtverwaltung ausreichten, durchgängig Tempo 30 in der vielbefahrenen Straße einzurichten.

Widerspruch landet beim Landratsamt

Zudem hatten die Verantwortlichen der Stadt im Sinn, dass in dem Bereich vom Bahnübergang bis zur Holzmarktstraße nur noch eine Geschwindigkeitsbegrenzung gelten sollte. Deshalb stellte die Stadt entsprechende Schilder auf, die auf die 30er-Regelung aufmerksam machten. Doch die sind seit Ende Januar weg. Grund: Das Landratsamt kam bei der Prüfung der Entscheidung zu dem Schluss, die Gründe für eine Tempo-30-Zone seien nicht gegeben. Das Ordnungsamt hatte sich mit dem Thema zu befassen, weil ein Autofahrer Widerspruch gegen das Votum der Stadt eingelegt hatte.

"Grundsätzlich ist es natürlich okay, dass die Stadt Tempo 30 einführt", sagte Hans Thiele. Allerdings konnte die Notwendigkeit der Maßnahme nicht nachgewiesen werden. Beispielsweise habe die Polizei den Südbockhorn weder als Unfallschwerpunkt noch als eine Straße eingestuft, auf der übermäßig viel zu schnell gefahren wird. Deshalb wies das Landratsamt die Stadt an, bis Ende Januar wieder den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen.

Begrenzung gilt nur im Bereich der Schule

Pikant in diesem Zusammenhang: Ein Autofahrer, der die Straße täglich nutzt, soll erst nachdem er geblitzt worden war, Widerspruch gegen die Entscheidung der Stadt eingelegt haben.

Beibehalten wird Tempo 30 allerdings im Bereich der Jenny-Marx-Grundschule. Ein inzwischen angebrachtes Zusatzschild weist darauf hin, in welchem Zeitraum die Geschwindigkeitsbeschränkung gilt. Danach sind auf der Strecke wieder 50 Kilometer je Stunde erlaubt. Wer allerdings in den Nordbockhorn abbiegt, der muss auf die Bremse treten, denn dort gilt Tempo 30, ebenso ab der Holzmarktstraße.

Weder für die Stadt noch die Anwohner ist die jetzige Situation befriedigend, sagte Olaf Meining, städtischer Pressesprecher, auf Anfrage der Volksstimme. Auch nicht für die Radfahrer, denen kein Radweg zur Verfügung steht. Andererseits könnten die Parkplätze im Südbockhorn nicht aufgegeben werden, weil sie wegen der zentrumsnahen Lage benötigt werden.

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