Salzwedel/Osterburg l Im Altmarkkreis Salzwedel haben Eltern und Schüler gestern nichts von den Warnstreiks der Lehrer gemerkt, zu der die Gewerkschaft Erziehung- und Wissenschaft (GEW) aufgerufen hat. Die Kreisverbände in Sachsen-Anhalt haben selbstständig darüber entschieden, ob sie zu Streiks an den jeweiligen Schulen aufordern, erklärte gestern Alexander Pistorius vom Landesverband der GWE. Gestreikt wurde in Halle, im Saalekreis und in Wanzleben im Börderkreis. Die Lehrer im Altmarkkreis werden sich in dieser Woche nicht an Protestaktionen beteiligen. Darüber informierte der GEW-Kreisvorsitzende Jens Bierstedt. Für die kommende Woche plant der GEW-Landesverband eine ganztägige landesweite Aktion in Magdeburg. Daran wollen dann auch die Westaltmärker teilnehmen.

In Osterburg gibt es am heutigen Mittwoch in der Zeit von 15.30 bis 16.30 Uhr eine Kundgebung, mit der gegen das Scheitern der Tarifverhandlungen protestiert werden soll. Der GEW-Kreisverband Stendal bittet Pädagogen von allen Schulformen in staatlicher Trägerschaft, die in der Einheitsgemeinde ansässig sind, sich daran zu beteiligen, erklärte der Stendaler GEW-Kreisvorsitzende Sven Oeberst. Die Zeit der Kundgebung sei extra so angesetzt worden, damit es keinen Unterrichtsausfall gibt.

"Osterburg wurde bewusst als Standort für den Protest ausgewählt", sagte Oeberst. Der Stendaler Kreistag habe sich gegen eine Gemeinschaftsschule in der Biesestadt und damit gegen bessere Bildungschancen entschieden. Zudem hätten sich die Kommunalpolitiker gegen den Willen der Lehrer und Eltern gestellt. Mit dem Kreistagsbeschluss, "sei das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht", gibt sich Oeberst kämpferisch.

Einheitlicher Lohn

Im Tarifstreit schließen sich die altmärkischen Bildungsgewerkschafter den bundesweiten Forderungen nach 5,5 Prozent mehr Lohn und einer tariflich einheitlich vereinbarten Entgeltverordnung an. Es könne nicht angehen, dass Lehrer mit gleicher Ausbildung und gleichen Arbeitsaufgaben unterschiedlich bezahlt würden. Zudem sprechen sie sich gegen die geplante Kürzung der betrieblichen Altersvorsorge aus und sie fordern, Lehrer als Landesbedienstete in Sachsen-Anhalt nicht länger schlechter zu stellen, als die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, die bei Bund oder Kommunen anbeschäftigt sind, erklärte Oeberst. Weiteres Konfliktthema sei der Kündigungsschutz.

Für die Altmark gebe es noch den Punkt "der extremen Arbeitsverdichtung an den Schulen", erklärte Oeberst. Es seien zahlreiche Aufgaben an die Bildungseinrichtungen übertragen worden, ohne dass zusätzliche Arbeitszeit zur Verfügung gestellt wurde. Daraus habe sich eine enorme Belastung ergeben. Das bestätigt der Salzwedeler GEW-Kreisvorsitzende und ergänzt: "Das geht aber allen Schulen in Sachsen-Anhalt so."