Mehr Investitionen in die Luftkurort Arendsee GmbH als touristisches Aushängeschild fordert Stadtrat Matthias Goyer. Von attraktiven Anlagen und Angeboten verspricht er sich mehr Gäste und mehr Geld. Das ist auch Anliegen von Geschäftsführer Michael Meyer und seinen Mitarbeitern.

Arendsee l Die Saisonvorbereitungen laufen: Auf der "Queen Arendsee" ist Großreinemachen an Deck angesagt, bevor der Rumpf entrostet und gestrichen wird. Neben Kapitän Ralf Porath ist auch der Neue mit an Bord: Olaf-Uwe Zipperling wird derzeit von ihm und Walter Bursy eingearbeitet. Der Mahlsdorfer hatte bereits im Dezember 2014 seinen Arbeitsvertrag unterschrieben (Volksstimme berichtete).

"Wir haben ihn zwei Monate vorfristig eingestellt, um eine Einarbeitungszeit zu haben", erklärte Geschäftsführer Michael Meyer am Dienstagabend im Wirtschaftsförderungsausschuss. "Wenn Walter in Rente geht, ist es wieder eine Stelle weniger", sagte er. Zuvor müsse er noch seine vielen Überstunden abbummeln. Die Kritik im Finanzausschuss, die GmbH plane großzügig zwei Stellen mehr als geplant, sei fehl am Platze. "Denn man muss den Stellenplan richtig lesen", meinte er.

Für eine in Rente gegangene Kollegin auf dem Campingplatz sei Kathrin Rechenberg als Fachkraft eingestellt worden. Und auch am Strandbad gibt es Veränderungen: Für eine ausgeschiedene Arbeitskraft habe ein neuer Mitarbeiter angefangen. "Und der Vertrag mit dem neuen Schwimmmeister ist auch unter Dach und Fach", so Meyer. Danny Weber komme vom DRK und habe Erfahrung als Rettungssanitäter. Er war Schwimmmeister in der Salzwedeler Schwimmhalle.

"Wir sind mitten in den Saisonvorbereitungen", informierte Meyer die Ausschussmitglieder. Besonders viele Reparaturen seien auf dem Campingplatz nötig. Dächer, Wasserhähne und Duschen seien erneuerungsbedürftig. "Lange aufgeschoben wurde eine Sanierung des Sanitärgebäudes aus dem Jahre 1990", schätzte Meyer ein. Jetzt vor der Saison sei das nicht mehr machbar und nur noch Reparaturen möglich. "Aber im Herbst müssen wir das in Angriff nehmen", kündigte er an.

"Es kann nicht sein, dass die GmbH um Geld für Investitionen betteln muss."

Stadtrat Matthias Goyer

Allerdings seien dafür die finanziellen Mittel vom Stadtrat freizugeben. Durch ein Investitionsstopp des vorigen Rates 2014 konnten die Wasseruhren für die Anlagen im Strandbad erst verspätet gekauft werden. "Jetzt werden sie in Riesenrutsche und Wasserspielgärten eingebaut", nannte Meyer eine weitere Maßnahme. Ebenfalls im Strandbad müssten neue Registrierkassen eingesetzt und der Parkscheinautomat erneuert werden.

"Damit die Gäste nach Arendsee kommen und sich in attraktiven Anlagen wohl fühlen, muss auch Geld für den Tourismus ausgegeben werden", machte Stadtrat Matthias Goyer seinen Standpunkt deutlich. Nur mit mehr Urlaubern fließen auch mehr Einnahmen, die Investitionen möglich machen. Und die seien dringend nötig. "Es kann nicht länger sein, dass die GmbH um Geld für Investitionen betteln muss", betonte er. Sie sei das Aushängeschild für den Arendsee-Tourismus.

Ausschussvorsitzender Jens Reichardt stimmte ihm zu, wandte aber ein: "Wir dürfen aber auch die Ortsteile nicht vergessen."

Er sprach gleichzeitig von den Ideen der Arbeitsgruppe Tourismus und GmbH-Strate- gien zur Schaffung von Caravan-Stellplätzen und Holzblockhäusern auf dem Campingplatz und der Seepromenadengestaltung in Parkform mit Hilfe von Fördermitteln. "Zurzeit wirkt der Bereich zwischen Bleiche und Schiffsanlegestelle wie ein städtebaulicher Bruch", schätzte er ein.

Zugleich müsse aber der bisherige Standard erhalten bleiben. "Und das Geothermieprojekt muss als GmbH-Standbein umgesetzt werden."

Bilder