Blutspenden am Ostersonnabend: Diese Möglichkeit gab es in der Comenius-Ganztagsschule Salzwedel. Leider kamen nicht so viele Freiwillige wie erhofft.

Salzwedel l "Blutplättchen, die sogenannten Thrombozyten, sind nur vier Tage haltbar. Vor allem Krebspatienten sind darauf angewiesen. Deshalb bieten wir diesen Termin an", sagte Elke Endrulat, Gebietsreferentin des DRK-Blutspendedienstes, die das Team in der Comeniusschule besuchte. Denn über die Ostertage werde es erfahrungsgemäß knapp mit Konserven, da viele Leute in den Urlaub fahren. Deshalb hoffte sie auf viele Freiwillige, die den Weg zum Aderlass finden.

Ein Montagearbeiter, der die ganze Woche unterwegs ist, nutzte die Chance ebenso wie ein Lokführer, der in Braunschweig arbeitet. Denn nicht für jeden ist es möglich, die Spendentermine an einem Wochentag wahrzunehmen.

Auch Rüdiger Kramer aus Salzwedel kam in die Comeniusschule, um einen halben Liter seines Blutes zu spenden. "Ich gehe immer hierher zum Spenden. Da ist mir egal, an welchem Tag das Team da ist", sagte er. Am Sonnabend absolvierte er seine 55. Spende, erzählte er stolz. "Ich komme hierher, weil andere auf Blut angewiesen sind. Das könnte mir auch einmal passieren, dass ich eine Konserve brauche. Dann wäre ich froh, wenn es genug gibt", schilderte er, während er fleißig pumpte, damit ein Teil seines Lebenssaftes in den Spendenbeutel fließen konnte.

Er kam nicht allein, sondern mit Tochter Sandra. "Mein Vater hat mich einst mitgenommen. Seitdem bin ich dabei", erzählte die junge Frau, die mittlerweile elf Spenden absolviert hat. Ihr sei wichtig, dass sie einen kleinen Beitrag dazu leisten könne, Menschenleben zu retten. "Und auch für meinen eigenen Körper tue ich etwas. Da sehe ich, ob die Werte stimmen. Das erspart mir den Gang zum Arzt", fügte Sandra Kramer hinzu.

Auch Stefanie Busack aus Salzwedel empfindet die Kontrolle wichtiger Werte als angenehmen Nebeneffekt. "Meinem Körper tun die Spenden ganz gut. Und ich kann anderen Leuten helfen", begründete sie, weshalb sie den Spendentermin am Ostersonnabend wahr nahm.

Ärztin Dr. Rose-Marie Otte wachte über den Gesundheitszustand der Freiwilligen. Sie kontrollierte die ausgefüllten Fragebögen und maß unter anderem den Blutdruck. Nach dem Okay ging es dann weiter zur Spende.

Eigentlich hatten die Organisatoren gehofft, dass sie mindestens 75 Konserven von der Spendenaktion mitbringen können. Doch bis 13.15 Uhr, eine Dreiviertelstunde vor Schluss, war gerade die Hälfte der anvisierten Spender gekommen. "Hoffentlich schaffen wir die 40 noch", dachten die Beteiligten laut.

Wer am Ostersonnabend verhindert war, etwas Gutes zu tun, kann sich die nächsten beiden Blutspende-Termine in Salzwedel vormerken: Am heutigen Dienstag, 7. April, ist ein DRK-Blutspendeteam von 16 bis 20 Uhr in der Jeetzeschule in Salzwedel, Karl-Marx-Straße 2-4, zu Gast. Am Montag, 13. April, sind Freiwillige von 16 bis 20 Uhr in der Lessing-Ganztagsschule Salzwedel willkommen. Der DRK-Blutspendedienst hofft, dass diese Angebote von einer größeren Zahl an Spendewilligen angenommen wird, damit Kranken und Verunglückten geholfen werden kann.