Drei neue Schamanen haben ihre Ausbildung beendet. Am Sonntag fand die Aussegnung in Altensalzwedel statt.

Altensalzwedel l Vermutlich reichen die Wurzeln des Schamanismus bis in die Zeit des Jungpaläolithikums zurück, also in die Zeit vor etwa 30000 Jahren. Während dieses Zeitalters entstanden im heutigen südfranzösischen Raum die ersten dokumentarischen Nachweise der spirituellen Praktiken, die zwischen Glaube und Heilung angesiedelt sind, in Form von Höhlenmalereien.

Der Schamanismus hat die Jahrtausende der Menschheitsgeschichte überdauert und findet sich heute nicht nur bei den Naturvölkern, sondern findet auch immer mehr Anhänger in den modernen Kulturen.

Dass es sich dabei um keine Religion im eigentlichen Sinne handelt, versicherten auch die Teilnehmer der Schamanenaussegnung am Sonntag in Altensalzwedel.

Einheit von Körper, Geist und Seele

Es gehe ihnen speziell um Heilung und Therapie, um dabei Wege zu finden, die physischen oder auch psychischen Leiden der Menschen lindern zu können. Besonders im Letzteren liegen oft die Ursachen für viele körperliche Gebrechen.

Dass Körper, Geist und Seele eine Einheit bilden, da sind sich wohl die Schamanen dieser Welt einig. Drei Schüler der Schamanenakademie wechselten am Sonntag nun mit ihrer Schamanen-Aussegnung vom Schüler zum Lehrer. Eine dreijährige Ausbildung in der Altensalzwedeler Schamanen-Akademie unter der Leitung von Kim Barkmann auch als De wise Fru bekannt, lag hinter ihnen.

Den steilen und steinigen Weg erklommen

Mit der Segnung der Anwesenden unter Einbeziehung der einzelnen Elemente der Erde begann das feierliche Ritual der Schamanen. Nacheinander empfingen die einstigen Adepten (Schüler) Antje Reinhold aus Magdeburg, Stefan Tretow aus Lüneburg und Sabine Leuschner aus Salzwedel jeweils ihren Schamanenstab und wurden von De wise Fru zum Lehrer berufen.

Für Sabine Leuschner war es ein weiterer wichtiger Schritt in ihrem Leben. Kurz berichtete sie den Anwesenden, wie sie dazu gekommen war. Sie wohnte einmal einem Ritual bei, erzählte sie, und war von den Menschen und von Kim zutiefst beeindruckt. Daraufhin entschloss sie sich, die Ausbildung zu einer Schamanin anzugehen. Dass der Weg allerdings so steil und steinig sein würde, hätte sie nie gedacht. Doch sie nahm ihn direkt. Dabei erblickte sie neue Horizonte.

Durch das bewusste Beobachten ihrer Träume haben sich Reisen zu eigenen Traumwelten eröffnet, berichtete sie den Gleichgesinnten. Sie könne nicht auf einem Besen reiten oder über dem Wasser gehen, doch habe sie die Elemente der Erde gelebt.

Die Einweisung in die Kräuterkunde habe bei ihr eine Liebe und Achtung zu der Natur hervorgerufen, sagte die geweihte Schamanin. Mit einer Songzeile von Herbert Grönemeyer schloss sie ihr Grußwort. "Gefühle haben sich gedreht" sagte sie, und das treffe besonders auf die ihrigen zu, ergänzte sie.

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