Gut 40 Jahre hat Brunhilde Schulze, immer nur liebevoll Tante Bruni genannt, als Erzieherin gearbeitet. Am Mittwoch wurde sie von den Knirpsen aus der Kita Waldfrüchtchen in Dähre verabschiedet.

Dähre l "Sie war mit Leib und Seele Kindergärtnerin. Und sie konnte alle mitreißen", sagt Helena Arndt. Ihre Kollegin Dorothee Isler ergänzt: "Bruni konnte sehr spontan sein. Sie hat ein großes Herz für Kinder. Mit ihr kann man Pferde stehlen." Die Frauen haben seit dem 1. September 1991 mit Brunhilde Schulze zusammengearbeitet. Denn an diesem Tag öffnete die neue Kindertagesstätte nahe des Waldbades in Dähre. Nun waren Krippen- und Kindergartenkinder unter einem Dach vereint.

Die heute 60-Jährige habe von 1971 bis 1973 die Ausbildung zur Kindergärtnerin absolviert, berichtet Christine Lüdemann, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf. Danach arbeitete sie bis 1976 im Kindergarten Diesdorf. Bis 1983 sammelte Brunhilde Schulze Erfahrungen im Internat in Calvörde. Im Jahr 1983 kehrte sie nach Dähre in den damaligen Kindergarten zurück. In dem Ort war sie fortan bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Beruf am 31. Dezember 2014 tätig gewesen sei. "Wir verabschieden heute ein Urgestein", fügt Christiane Lüdemann hinzu. Denn Brunhilde Schulze habe 40 Jahre als Erzieherin gearbeitet, und das immer gern. "In schwierigen Zeiten ist mir Bruni ans Herz gewachsen. Ich habe sie als lieben, herzlichen Menschen kennengelernt", sagt sie und wünscht ihr vor allem Gesundheit.

Die stellvertretende Kita-Leiterin Wenke Vierke schildert, dass sie ihrem Sohn gesagt habe, dass heute Tante Bruni verabschiedet werde. Er habe gefragt, ob er mitkommen könne. Dabei sei der Sohn schon 20. "Du hast vielen Kindern schöne Jahre beschert und auch viele Änderungen mitgemacht", erinnert die Kollegin. "Immer warst du da für uns. Und Du hast uns auch gefragt, wenn Du was wissen wolltest", lobt Wenke Vierke und fügt hinzu: "Danke, Bruni."

Die Dährer Waldfrüchtchen singen Geburtstagslieder, aber auch das Lieblingslied von der Sonnenblume. Dann gibt es kein Halten mehr. Die Mädchen und Jungen wollen ihrer Tante Bruni Blumen überreichen. Dann stürmen sie auf den Spielplatz.

Nun kehrt etwas Ruhe ein. Die Gelegenheit für die Elternvertreter Jennifer Starke, Kristin Heims, Christina Schönfeld und Claudia Schmidt, sich ihrerseits bei der Erzieherin mit einem kleinen Reim und einer Rose für den Garten zu bedanken.

"Ich kann meine Arbeit nicht ganz verkehrt gemacht haben", blickt Brunhilde Schulze bescheiden zurück. Sie freut sich darüber, wenn "ihre" Kinder sie auch unterwegs grüßen. Nun hat sie sich mit dem Zu-Hause-Sein angefreundet. Doch Langeweile kommt nicht auf: Zeit für die beiden Enkel, Spaziergänge, Reha-Sport-Schwimmen, Radeln. Und da ist noch das neue Familienmitglied Hugo. Doch das ist eine andere Geschichte...