Salzwedel (me) l "Dieses strahlende Blau, die Originalmalerei ist sehr gut erhalten." Diplom-Restauratorin Helma Konstanze Groll ist begeistert vom Zustand des Cranach-Altars im Salzwedeler Danneilmuseum. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Eckehard Koch, ebenfalls diplomierter Restaurator, hat sie das so genannte Retabel demontiert und mit erforderlichen Restaurations- und Konservierungsarbeiten begonnen. Bei dem wertvollen Stück von 1582, das aus der Werkstatt Lukas Cranach des Jüngeren stammt, handelt es sich um einen Altaraufsatz. "Der Einfachheit halber, wird Altar gesagt", erklärt die Fachfrau.

Cranach-Ausstellung

Mit der Schönheitskur wird der Weinberg-Altar auf seine Reise nach Wittenberg vorbereitet. Dort soll die Mitteltafel mit dem Motiv "Weinberg des Herrn" ein Schmuckstück der Cranach-Ausstellung sein, die am 26. Juni beginnt. Die Tafel wird im ersten Obergeschoss des Wittenberger Augusteums in einer klimatisierten Vitrine präsentiert. Der ehemalige Fürstensaal ist die "Schatzkammer" der Ausstellung.

In der Wittenberger Stadtkirche gibt es ebenfalls ein Cranachbild mit dem Weinbergmotiv. Aber längst nicht so gut erhalten, wie die beiden Restrauratoren berichten, die auch an diesem Cranachwerk bereits gearbeitet haben. "Wir haben das schönere", sagt Museumsleiter Ulrich Kalmbach stolz, der sich einerseits freut, dass der Altar restauratorisch auf Kosten des Landes aufgearbeitet wird, andererseits aber von Juni bis November auf ein Prunkstück der Dauerausstellung des Museums verzichten muss.

Mit etwa 21500 Euro an Kosten rechnet das Kultusministerium für die Restaurierung.

Unter anderem wird ein Riss beseitigt, der sich zwischen den Eichenbrettern der Mitteltafel gebildet hat und auch im Weinbergbild zu sehen ist. Nach Abschluss der Arbeiten soll er nicht mehr wahrzunehmen sein. Diese dauern noch bis Ende April. Dann wird die Mitteltafel mit einem Trans-portrahmen gesichert. Der Museumsleiter will, bis der Altar am 1. Juni auf Reisen geht, Sonderführungen anbieten. "Denn so nah kommen die Besucher dem Kunstwerk nie wieder, das ja sonst viel höher hängt", begründet er. Für den Transport wird extra eine Kiste gebaut, die schon einige Zeit im Ausstellungsraum des Altars stehen muss, um sich an das dortige Klima anzupassen.

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