Sie kommen aus der ganzen Republik und werden am Sonnabend der Hingucker in so manchem Ort der östlichen Altmark sein. Unter den mehr als 100 Fahrern der Motorrad Oldtimer Rallye sind 14 Mitglieder der Nordwall Classic Garage Stendal.

Stendal l Hier noch die Zündkerzen feststellen, da noch etwas polieren. Fleißig hilft Jürgen Endreß seinem Oldtimerfreund Wolfgang Schrader beim Flottmachen einer 88 Jahre alten Hulla in der Nordwall Classic Garage. Das Motorrad von Schrader wird am kommenden Sonnabend als ältestes Gefährt von mehr als 100 historischen Maschinen mit der Startnummer eins an der Motorrad Oldtimer Rallye teilnehmen.

Bei der Fahrt durch die östliche Altmark über Orte wie Tangermünde, Warnau oder Arneburg soll Schraders vier PS starkes Zweirad unter den anderen Teilnehmern hervorstechen. Beim Benzinnachfüllen achtet der Stendaler penibel auf ein Mischverhältnis von eins zu zwanzig zwischen Öl und Benzin. "Wir werden ganz gemütlich durch die Region knattern", kündigt Schrader an. Der Eine schneller, der Andere langsamer. Er selber schaffe mit seiner Hulla höchstens 50 Kilometer die Stunde.

Biker sollen bei der Tour die Altmark kennenlernen

Während Schrader und Endreß weiter an der Hulla zu Gange sind, machen die anderen Mitglieder der Classic Garage ihr Domizil am Nordwall flott. Da wird gehämmert, geschraubt und Material ausgetauscht. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende, Jörg Punzel, freut sich, dass am Sonnabend so viele Motorradfreunde in die Altmark kommen werden. "Über 100 haben sich bereits angemeldet", sagt er. Die Biker kämen aus Eckernförde, Bremen, Berlin oder Neustrelitz. Ihre Maschinen hätten zwischen 88 und 25 Jahre auf dem Puckel. Darunter seien die verschiedensten Marken. Mit 14 an der Rallye teilnehmenden Mitgliedern sei die Classic Garage, die die Tour zusammen mit dem ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt organisiert, gut aufgestellt.

"Wir haben die Route bewusst so gewählt", erklärt Punzel. Auf diese Weise könnten die Motorradfreunde die wunderschöne Landschaft entlang der Elbe genießen und zudem auch die Bewohner kleinerer Orte sich an den prächtigen Maschinen aus vergangenen Tagen erfreuen (Siehe Grafik rechts). Insgesamt werden die Biker 130 Kilometer durch das Elbe-Havel-Land zurücklegen.

Entlang der Route gibt es Punzel zufolge einzelne Checkpoints. So zum Beispiel in Arneburg, wo der Tross gegen 14.30 Uhr auf dem alten Markt von den Stendaler Husaren empfangen werden sollen. Dort müsse sich jeder Fahrer einen Wertungsstempel für sein Bordbuch holen.

Sieger werden in Stendaler Classic Garage gefeiert

Gelegenheiten für Schaulustige und Oldtimerinteressierte gibt es laut Punzel genügend. So zum Beispiel auf dem Stendaler Marktplatz, wo die Biker am Sonnabend 9.30 Uhr ihre Rallye starten wollen und, nachdem dann die letzte Maschine das Ziel in der Breiten Straße passiert haben wird, sich auch wieder sammeln werden. Gut eine Stunde Zeit zum Schauen und für Gespräche hätten Schaulustige in Büttnershof, wo die Truppe, nachdem sie gegen 12.30 Uhr bei Sandau über die Elbe setzen wird, gut eine Stunde Mittagspause einlegen will.

Bereits im Laufe des Freitags werden die ersten Motorräder in Stendal eintreffen, kündigt Jörg Punzel an. Die Fahrer würden dann in Stendal und Umgebung Quartier nehmen. "Einige kommen sogar bei uns in der Garage unter", sagt er. Dort finde dann schon am Freitagabend ein gemütliches Beisammensein mit Grillen und Getränken statt, ebenso wie am Sonnabend nach der Rallye. Zuvor, gegen 19 Uhr, würden in der Garage aber die Sieger gefeiert. Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) habe sich auch schon für die Veranstaltung angekündigt.

Viele Rallyeteilnehmer werden vom Freitag bis Sonntag ihre Wohnmobile und Anhänger am westlichen Teil des Parkplatzes 1 am Nordwall abstellen. Für diese Zeit steht dieser Parkplatz nicht der Allgemeinheit zur Verfügung, informiert die Stadt Stendal.

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