Ein weiteres Jahr Unterricht an der Houston Baptist Univerity (USA), erste Erfahrungen mit der 3-D-Drucktechnik und Pläne fürs Atelierhaus Hilmsen: Der Künstler Hans Molzberger ist auf Zeit zurück in der Altmark.

Hilmsen l "Nach sieben Jahren habe ich mittlerweile in den USA gute Kontakte geknüpft. Deshalb habe ich mich entschlossen, noch ein bisschen in Houston zu arbeiten", erzählt Hans Molzberger im Gespräch mit der Volksstimme. Er habe einen neuen Vertrag für ein weiteres Jahr an der Houston Baptist University unterschrieben.

Die vergangenen Monate seien nicht nur durch die Arbeit mit Studenten ausgefüllt gewesen, sondern hätten auch Zeit für das eigene Kreativsein geboten. So habe er sich intensiv mit der 3-D-Drucktechnik beschäftigt, in Berlin einen Kurs belegt, wo er die Grundlagen gelernt habe. In Houston habe er die Fertigkeiten weiter vervollkommnet. "Aus den Modellen, die übrigens aus Maispulver bestehen, habe ich Bronzeskulpturen geschaffen, die ich in der Samara-Galerie in Houston in einer Einzelausstellung zeigen durfte", berichtet der Hilmsener. Diese habe den Titel "The flying circus" (Der fliegende Zirkus) getragen. "Ich habe mich mit einer Fliegerhaube und einem Flugzeug auf dem Kopf fotografieren lassen. Daraus sind dann die 3-D-Drucke entstanden", schildert er.

In diesem Jahr werden amerikanische Studenten, die nach Hilmsen kommen werden, diese Technik ausprobieren. Das Entstandene soll in Eisen gegossen werden. "Im nächsten Jahr möchte ich Workshops für Interessenten aus der Region anbieten", blickt der Künstler voraus.

Große Beachtung habe die Ausstellung "Never Let It Rest" gefunden, die er gemeinsam mit dem Amerikaner Michael Collins erarbeitet habe und die im Holocaust Memorial Center Zekelman Familiy Campus in Detroit gezeigt wurde. Und auch in der Weill-Galerie der A M-University Texas habe er Arbeiten gezeigt, unter anderem "Rubin`s Colors".

Letztgenanntes Werk, das an die 1,5 Millionen jüdischen Kinder erinnern soll, die von Nationalsozialisten ermordet wurden, wird Hans Molzberger in den nächsten Wochen weiter beschäftigen. Dann werden altmärkische Schüler mehr über die Geschichte hinter den Stolpersteinen in Salzwedel erfahren und im Atelierhaus Hilmsen Schmetterlinge aus Glas anfertigen. Der Künstler wird das Projekt, das der Kunstverein Atelierhaus Hilmsen in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung anbietet, leiten. Bei der Zweitauflage des Angebotes werden voraussichtlich fünf Schulen mitmachen. Einige Absprachen stünden noch aus.

Das Atelierhaus biete optimale Bedingungen zum Kreativsein. "Wenn das Dach erneuert und gedämmt ist, könnte es ganzjährig genutzt werden", blickt er voraus. Er habe ein Team gebildet, dem unter anderem Rachel Gardner, Shila Swift und Chris Kahe angehören, die sich langfristig in der Altmark engagieren wollen und Ideen für das besondere Haus entwickeln wollen.

In der kalten Jahreszeit könnte das Haus Heimstadt für die schreibende Zunft sein. "Ich hatte in New York ein Gespräch mit dem künstlerischen Leiter des Theaters in Manhattan. Dieser signalisierte, dass es durchaus Interesse gebe, nach Hilmsen zu kommen, um Stücke zu schreiben", erzählt Hans Molzberger.

"Die Einweihung wollen wir groß feiern."

Und auch Kurt Dyrhang, der Leiter der "Texas Atomic Iron Commission" (Gruppe von Künstlern in Amerika, die sich mit Eisenguss beschäftigen), ist auf das Atelierhaus Hilmsen aufmerksam geworden. Er wird im Juli in die Altmark kommen, um hier einen Eisenschmelzofen aufzubauen. "Die Einweihung wollen wir groß feiern. Dann sind alle Interesenten willkommen", blickt Hans Molzberger voraus, der mittlerweile Mitglied dieser Künstlergruppe ist.

Er freut sich zudem auf den Arbeitsaufenthalt von amerikanischen Studenten in der Altmark. Diese werden nicht nur mehr über die Kunst in Deutschland erfahren, sondern wollen in der Abgeschiedenheit kreativ werden. Die Arbeiten werden diesmal im Kunsthaus Salzwedel zu sehen sein. Eine Ausstellung wird am 15. Juli, die zweite am 12. August eröffnet.

"Ich denke, wenn wir mit dem Kunsthaus kooperieren, wird das die Attraktivität der Region er- höhen", ist sich der Hilmsener sicher.