Salzwedel (fl) l Der Betrieb des Salzwedeler Mehrgenerationenhauses ist bis zum Jahresende gesichert. Darauf verständigten sich am Mittwochabend im Kulturhaus Vertreter von Arbeiterwohlfahrt (Awo), Stadtverwaltung, Altmarkkreis sowie Stadträte und Paten der Einrichtung (Volksstimme berichtete). "Der Altmarkkreis und die Hansestadt stehen hinter dem Bundesprojekt. Sicherlich sind noch weitere Gespräche und Verhandlungen nötig", erklärte Salzwedels Stadtoberhaupt Sabine Danicke gestern per Pressemitteilung.

Nähere Details zu den Ergebnissen und Absprachen mit der Awo als Betreiber wollte sie allerdings nicht preisgeben und verwies auf eine Verschwiegenheitsvereinbarung, "um die sachlichen und vertrauensvollen Gespräche auch weiterhin in diesem Rahmen führen zu können", so Sabine Danicke.

Bereits während der Stadtratssitzung am Mittwochabend hatte Danicke die Stadträte in ihrer Rede über das Ergebnis der Beratungen informiert. Kritik übte sie dabei am Verhalten des Bundes. "Es kann nicht sein, dass der Bund Programme auflegt, Projekt-Initiator ist und sich dann ausklinkt, wenn wir Kommunen die daraus entstandenen freiwilligen Ausgaben finanziell nicht mehr allein bewältigen können."

Während die Verhandlungen noch laufen, gibt es im Mehrgenerationenhaus bereits die ersten Änderungen. Nach Volksstimme-Informationen wird der Mittagstisch ab dem kommenden Montag, 1. Juni, bereits nicht mehr vor Ort gekocht, sondern ist von der Awo an einen externen Versorger ausgegliedert worden. Entsprechende Menü-Pläne liegen bereits aus. Die Volksstimme hatte diesen Plan der Awo bereits am Mittwoch öffentlich gemacht. Susann Meinecke (Freie Liste) hatte das Vorhaben daraufhin scharf kritisiert: "Das wäre ein riesiger Fauxpas und nicht im Sinne dieses Projektes. Essen können sich die Leute auch nach Hause bestellen", so die MGH-Patin.

Und auch die Angebote wie das Nähstübchen stehen auf der Kippe oder sind wie die Fahrradwerkstatt bereits eingestellt worden. Recherchen der Volksstimme ergaben, dass die Awo den ehrenamtlichen und auf Honorarbasis arbeitenden Helfern neue Verträge zur Unterschrift vorgelegt hat. Diese beinhalten in einem Unterpunkt, dass die angebotenen Dienstleistungen von den Ehrenamtlichen beim Finanzamt als Kleinstgewerbe angemeldet werden sollten.

Wie und ob es damit überhaupt weitergeht, steht in den Sternen.