15 Jahre nach der ersten liegt jetzt eine neue Studie zur Zufriedenheit von Kunden und Händlern mit der Salzwedeler Innenstadt vor. Trotz Schwächen liefert sie etliche Denkanstöße.

Salzwedel l Günstigeres Parken, ein Lieferservice oder auch eine öffentliche Toilette - all das sind Verbesserungsvorschläge einer nicht repräsentativen Studie, die in den vergangenen Wochen die Zufriedenheit von Kunden und Händlern mit der Innenstadt untersucht hat. Die Studentin Michaela Maria Hots-Behofsits aus Wien hatte dabei im Auftrag der Werbegemeinschaft vom 2. März bis 28. Mai 123 Kunden und 57 Händler zu verschiedensten Kriterien befragt. Neben zufälligen Gesprächen in Geschäften besuchte Hots-Behofsits auch Sportvereine sowie die Volkssolidarität und nutzte das soziale Medium Facebook. Hier die Ergebnisse im Überblick:

Generell zur Einkaufssituation befragt, gaben zwar nur 4,9 % an, sehr zufrieden zu sein, aber immerhin 48,8 % sind zufrieden. Das heißt im Umkehrschluss allerdings auch: knapp die Hälfte der Kunden ist zumindest ein bisschen oder sogar sehr unzufrieden mit dem Einkaufen in Salzwedel (0,8 % machten keine Angaben).

Doch wo lässt sich nun ansetzen? Laut Studie etwa beim Thema Parken. Dazu befragt, gab jeweils eine Mehrheit der Kunden zwar an, mit Anzahl, Lage und Preis der Parkplätze zufrieden zu sein. Dennoch würden sich viele eine Rückerstattung ihrer Parkgebühren etwa durch die Händler (83,4%) wünschen. Immerhin die Hälfte der Händler könnte sich genau das auch vorstellen (50,88 %).

Ansetzen könnten das Gewerbe wohl auch beim Thema Gutscheine. Hier erklärten etwa 81,3 % der Kunden, sie würden Gutscheine für mehrere Geschäfte solchen für nur einen Laden vorziehen. Das allerdings würde auch eine engere Kooperation der Händler als bisher voraussetzen.

Interessant außerdem: Das Shoppen in Einkaufsstraßen mit kleinen Läden ist beliebt und hat aus Sicht der Kunden gegenüber großen Märkten oder dem Internet konkrete Vorteile: Etwa die Beratung und das Anfassen der Ware. Auf die Kundennähe, so die Empfehlung der Studie, sollten die Händler deshalb noch mehr Wert legen. Ebenfalls wissenswert für die Händler ist, dass ein Großteil der Befragten aus der näheren Umgebung zum Einkaufen nach Salzwedel kommt und sich auch häufig in der Innenstadt aufhält. Da hierbei ein Gewöhnungseffekt einsetzt, könnten Geschäfte durch regelmäßiges Umdekorieren oder Sonderaktionen für Aufmerksamkeit sorgen.

Ihre Schwächen hat die Studie da, wo sie suggestive Fragen stellt: So ist es kaum überraschend, dass auf die Frage: "Wünschen Sie sich eine öffentliche Toilette?" 98,4 % der Kunden Ja sagten. Gleiches gilt für ähnliche Fragen zu mehr Kinder-Spielgeräten in der Innenstadt (87 % dafür) oder freies WLAN (Funkinternet, 78 % dafür.) Dass die Kunden sich bekannte Ketten wie Karstadt, C A oder H M in der Stadt wünschen, ist zwar verständlich, dürfte den Händlern aber ebenfalls kaum helfen, die Situation zu verbessern. Anders sieht es bei den Öffnungszeiten aus (siehe Schwieriges Ziel: Kernöffnungszeiten am Sonnabend)

Die Ergebnisse der Studie sollen jetzt in konkrete Strategien münden, sagte Werbegemeinschafts-Vorsitzender Jost Fischer am Donnerstag.

Fischer kündigte dafür eine künftig engere Zusammenarbeit von Werbegemeinschaft, Stadtgeistern und Einzelhändlern an.