Sie hat ihr Leben gelebt und vielen Freude bereitet – am Sonnabend hat Eselstute Peggy im Salzwedeler Tierpark das Zeitliche segnen müssen. "Aus Altersschwäche", berichtet Tierparkleiter Jens-Olaf Schawe.

Salzwedel. Generationen von Kindergartenkindern durften auf ihrem grauen Rücken reiten, ebenso so mancher Junggeselle, der 40-jährig noch nicht unter die Haube gekommen war: Die Rede ist von Eselstute Peggy. Ihre prägnanten Rufe hallten Jahrzehnte vom Pfefferteich aus durch Salzwedels Innenstadt. Im stolzen Alter von mehr als 25 Jahren ist das Tier am Sonn-abend an Altersschwäche gestorben. Tierarzt Dr. Thomas Tamm und Tierparkleiter Jens-Olaf Schawe waren bei Peggy, als sie ihren letzten Atemzug tat und ihre Augen friedlich für immer schließen musste.

"In Absprache mit dem Veterinäramt haben wir entschieden, das Tier zu erlösen, wenn es zum Erliegen kommt", erklärt Jens-Olaf Schawe. Peggy habe ihr Leben gelebt und vielen Tierparkbesuchern Freude bereitet. "Doch wo Leben ist, da ist auch Sterben", weiß der Tierparkleiter. "Ihre biologische Uhr war abgelaufen." Dass die Eselstute ins gewisse Alter kommt, habe sich in den vergangenen eineinhalb bis zwei Jahren abgezeichnet. Jens-Olaf Schawe spricht von einem "ganz normalen Prozess". Peggy sei Mitte der 1980er Jahre als Jungtier aus Stendal geholt worden und habe bis zuletzt ein angenehmes Eselleben gehabt.

Heutige Großeltern lernten Peggy als Jungtier kennen und lieben. Eltern sahen sie zu einem stattlichen Esel heranwachsen. Kinder erfreuten sich an dessen Zutraulichkeit am Gatter. Tierärzte würden meinen, so Jens-Olaf Schawe, dass mehr als 25 Lebensjahre für einen Hausesel stattlich, aber nicht ungewöhnlich seien.

Peggys Tochter, die im Tierpark geborene und aufgewachsene Eselstute Paula, ist jetzt Halbwaise. "Ihr Vater Paul lebt noch. Aber es gibt keinen Kontakt", weiß der Tierparkchef. Er hat die Stute umquartiert. Denn Esel sind Herdentiere. Paula soll mit Dexter- Zwergrind Mimi auf der Gesellschaftskoppel bleiben. Die beiden Ponys werden dafür an ihren angestammten Platz zurückkehren.

Ob noch einmal ein zweiter Esel angeschafft wird, steht in den Sternen. Jens-Olaf Schawe: "Erstmal müssen wir den Verlust verkraften." Lichtblick am Tierpark-Horizont: Sau Uschi wird voraussichtlich in den nächsten Tagen ferkeln.