Neue Musik und ungewöhnliche Bilder verschmolzen am Sonntagnachmittag in der Alten Münze in Salzwedel zu einer Einheit. Das interessierte Publikum kam gern zur Eröffnung der Ausstellung "Farbcodierung 2010/2011". Der Künstler Wolfgang Opitz zeigt 13 seiner Arbeiten.

Salzwedel. "Es ist immer wieder schön, in dem ehrwürdigen Gebäude Musik mit Genuss wahrnehmen zu können und dabei Kunstwerke zu betrachten", sagte Adolf Fehse, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg. Für die melodischen Klänge sorgten die Kreismusikschüler Wendy Strybny aus Pretzier mit ihrer Querflöte und Ruslan Wellner aus Salzwedel mit der Gitarre. Das Duo wird an diesem Wochenende beim Landeswettbewerb "Jugend musiziert" an den Start gehen und stellte sein Programm dem Publikum vor. Für die gelungene Darbietung gab es ebenso herzlichen Applaus wie für den Künstler Wolfgang Opitz, der für die "Farbcodierung 2010/2011" verantwortlich zeichnet.

"Neben ihm hat Marina Apel einen großen Anteil an der Ausstellung, weil sie die Idee mit vorangebracht hat", lobte Adolf Fehse. "Ich wollte mit dem Raum arbeiten, dem Raum dienen. Das ist ein modernes Konzept", beschrieb der 1944 geborene Künstler seinen Anspruch. Mit Hilfe der Farben wolle er einen Zusammenhang erreichen, aber auch die Spannung behaupten, seine Vorstellung von einer klassischen Komposition darstellen, sagte er gegen-über der Volksstimme.

Es entspann sich am Sonntagnachmittag ein wohltuendes Eröffnungsgespräch zwischen Adolf Fehse und dem Aussteller. "Ich habe keine künstlerische Ahnung und mich gefragt, wie die Bilder hergestellt sind", sagte der Vizepräsident. Wolfgang Opitz antwortete gern: Er habe sogenannte Künstlerölfarbe verwendet. Diese enthalte sehr feine Pigmente, die sich bei Lichteinfall nicht wandeln, sondern ihre Kräftigkeit behalten.

Jedes Bild habe eine eigene Geschichte. Es wirke wie die Darstellung einer Partitur, meinte Adolf Fehse. "Der Reiz sind die Übergänge zu den einzelnen Farben. Wie verbinden diese sich miteinander, wie entsteht die Tiefe?", wollte er wissen. "Die Raumillusion entsteht durch die Farbperspektive", verriet Wolfgang Opitz. Die warmen Farben würden nach vorn kommen, die kalten nach hinten "wandern". Dadurch sei es möglich, Scheinplastiken zu gestalten. "Das kann ich nicht lassen, weil ich mich auch mit Skulpturen beschäftige", merkte der Künstler, der seit 2006 auch in der Altmark arbeitet, verschmitzt an. Und tatsächlich: Wenn man direkt vor einem der Bilder steht, scheint dieses lebendig zu werden. Der Zyklus "Farbcodierung 2010/ 2011" umfasst insgesamt 25 Arbeiten, die als Ganzheit schon im Kloster Isenhagen zu sehen gewesen seien, sagte Wolfgang Opitz.

Der Aussteller ist übrigens ein gelernter Kunsterzieher, der 1970 in der DDR die unabhängige Künstlergruppe Lücke gründete, sich 1986 selbständig machte und in der Wendezeit ins Wendland zog.

Die Kunstwerke können bis zum 21. April montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 13 Uhr betrachtet werden. Nach Vereinbarung sind auch andere Termine möglich. Die neue Schau ist nach den "Weltenbummler"-Quilts die zweite des Jahrgangs 2011 in der Alten Münze.

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