15 Jahre Stadt- und Kreisbi-bliothek unter dem Dach der Freydanckschen Villa in Salzwedel - das ist für das Team um Leiterin Bettina Mühe ein guter Grund zum Feiern. Die kleine, aber feine Festwoche umfasst drei Veranstaltungen für Jung und Alt.

Salzwedel. "Wir feiern 15 Jahre": Unter diesem Motto steht die vom 6. bis 12. Mai geplante kleine, aber feine Festwoche mit drei Veranstaltungen (siehe Infokasten) in der Salzwedeler Stadt- und Kreisbibliothek.

Am 10. Mai jährt sich die Eröffnung in der Freydanckschen Villa zum 15. Mal. Das öffentliche Bibliothekswesen in der Hansestadt ist freilich wesentlich älter, berichtet Bettina Mühe, Leiterin der Einrichtung. Bereits im Jahr 1898 habe es die erste öffentliche Sammlung von Büchern gegeben. Der Volksbildungsverein mit Sitz an der Hohen Brücke reichte Lesestoff an die Salzwedeler weiter.

"Daraus ging später die von Mitarbeitern geführte Volksbücherei im Rathaus hervor", berichtet die Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek. Bis 1945 habe die Entleihstätte ihren Sitz in der Propstei gehabt. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs seien viele Medien ausgesondert worden. "2000 Bücher blieben übrig", erzählt Bettina Mühe. "1956, als die Lebensmittelkarten wegfielen, zog die Bibliothek abermals um." Im Raum 13 des Rathauses fand sie ein neues Zuhause. Dort hat die Salzwedelerin 1984 auch angefangen.

Zum zehnten Jahrestag der DDR (1959) zählte die Bücherei 1800 eingetragene Leser und 35 000 Entleihungen. Erst Mitte der 1960er Jahre sei von Theken- auf Freihandausleihe umgestellt worden, so Bettina Mühe weiter. Seinerzeit erhielten auch die Gemeinden Bibliotheken, die der Kreisstadt wurde zur Stadt- und Kreisbibliothek aufgewertet und mit dem Auftrag versehen, die Buchbestellungen für die Dörfer vorzunehmen.

Zeitsprung in die 1980er: Hier galt die Salzwedeler Institution bereits als eine leistungsfähige und überregional bedeutsame. Allerdings, so Bettina Mühe, gab es räumliche Probleme. So waren die Bücher für Erwachsene im Raum 13, die für Kinder im Pionierhaus (Lyzeum). Die Verwaltung und das Depot waren im Haus Burgstraße 2. Ein neues Haus musste dringend her. Im Gespräch waren damals die Alte Loge (einst Mäcki, heute Parkplatz) sowie das Haus der Werktätigen. "Mit der Wende kamen die Rückforderungsansprüche", schaut Bettina Mühe zurück. Die Freydancksche Villa, bis 1989 eine Kinderkrippe, habe leer gestanden und sei im Besitz der Stadt gewesen. Und dann ging alles relativ schnell - Debatte im Stadtrat (1992), Startschuss für den Umbau (1994) und letztlich der mit viel Arbeit, Kraft und Geld gestemmte Einzug (1996).

"Uns ist es eine Verpflichtung, dass dieses Schmuckstück für die Stadt erhalten bleibt" - Bibliotheksleiterin Mühe schwärmt von den hervorragenden Bedingungen. Medien für Erwachsene und Kinder befinden sich unter einem Dach, ebenfalls der Platz für die Einarbeitung. Der Medienbestand ist modern und aktuell. Dazu kommen regelmäßige niveauvolle Veranstaltungen, so dass die Salzwedeler den Vergleich mit anderen Bibliotheken nicht scheuen müssen. Und dann wäre da noch ein baldiges Geburtstagskind - der pinkfarbene Bücherbus, seit 1993 auf den Dörfern unterwegs und somit (fast) erwachsen. Das Gefährt hat auf dem Hof der Villa seinen Parkplatz.