Nach dreiwöchigen Arbeiten auf dem Salzwedeler Rathausturmplatz gibt es nun eine mehrtägige Zwangspause. Grund: Der in Rostock handgefertigte Brunnen ist noch nicht fertig. Offen ist indes die spätere gastronomische Bewirtschaftung. Entgegen anderslautender Medienberichte hat die Salzwedeler Baumkuchen GmbH noch nicht den Zuschlag erhalten. Indes wird das Unternehmen von Oberbürgermeisterin Sabine Danicke wegen der praktikablen Toiletten-Lösung im Adler-Café favorisiert.

Salzwedel. "Die Arbeiten sind im Plan. Voraussichtlich Ende nächster Woche sollen die gespendeten Bäume gepflanzt werden", frohlockt Stadtsprecher Olaf Meining. Gut drei Wochen nach dem Baustart (wir berichteten) zeichnen sich die Konturen des Salzwedeler Rathausturmplatzes bereits ab. Das Areal soll - schräg gepflastert sowie mit Brunnen und Schotterrasen versehen - zu einem Treffpunkt für Jung und Alt im Herzen der Hansestadt werden.

Die Tiefbauer vom Bauservice Altmark und der Salzwedeler Firma Blümler haben bisher ganze Arbeit geleistet, tonnenweise Boden ausgetauscht und wieder aufgefüllt. Mitarbeiter der Jeetze-Landschaftssanierung versetzten derweil die Litfaßsäule wieder in einen ansehnlichen Zustand. Die Borde um die künftige Schotterrasenfläche sind gesetzt, der Mutterboden ist aufgefüllt. Auch im Bereich des künftigen Pflanzstreifens.

Jetzt droht dem Areal aber eine mehrtägige Zwangspause. Denn mit der Brunnenanlage in Form eines Flusslaufes - den Auftrag hat ein Unternehmen aus Rostock bekommen - stehen und fallen die weiteren Arbeiten. "Der Brunnen wird derzeit hergestellt", erklärte Bauamtsleiter Ralf Burmeister auf Nachfrage der Volksstimme. Handarbeit brauche Zeit. Und der Liefertermin sei noch unklar.

Für kommende Woche hat die Stadtverwaltung einen Ortstermin mit Vertretern der am Bau beteiligten Firmen anberaumt. "Dann sollen Ort und Lage des Brunnen-Rahmens festgelegt werden", erläutert Martyna Hartwich, Tiefbau-Sachgebietsleiterin im städtischen Bauamt. Dies sei Vor-aussetzung für die folgenden Arbeiten wie die Pflasterung.

Toiletten-Lösung im Adler-Café liegt nahe

Der neugestaltete Platz soll nach seiner Fertigstellung im südwestlichen Bereich gastronomisch bewirtschaftet werden. Dafür habe bisher ausschließlich die Salzwedeler Baumkuchen GmbH in Gestalt von Geschäftsführerin Rosemarie Lehmann Interesse bekundet, sagte Oberbürgermeisterin Sabine Danicke. Die Vergabe der Konzession an das Unternehmen, das das Adler-Café betreibt, liege aus räumlichen Gründen und vor allem wegen der Toiletten nahe. Eine Ausschreibung sei nicht erforderlich. Die Baumkuchen GmbH wolle "kräftig Geld in die Hand nehmen und das Mobiliar selbst beschaffen. Das ist die optimale Lösung für mich", so die Stadtchefin. In dem geplanten Biergarten solle man auch an lauen Sommerabenden sitzen können.

Und welche Pachteinnahmen hat die Stadt zu erwarten? "So weit sind unsere Gedanken noch nicht gediehen. Es geht erstmal um den gestalterischen Aspekt", sagte die Oberbürgermeisterin. Für die Platzgestaltung rechnet die Stadt mit Kosten von rund 195000 Euro.