Der Salzwedeler Haushaltsplan 2011 ist noch immer nicht beschlossen. Ob dies während der nächsten Stadtratssitzung am 25. Mai passiert, ist fraglich. Auf SPD-Antrag empfahlen Finanz- und Hauptausschuss eine zweite Lesung des Zahlenwerks, in dem eine Deckungslücke von 9,7 Millionen Euro klafft. Die zwischenzeitlich gestrichene Investition im Seelenbinder-Stadion soll nun doch dieses Jahr realisiert werden.

Salzwedel. Mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Millionen Euro ist der im Herbst begonnene Ausbau der Neutorstraße das größte Investitionsvorhaben der Hansestadt in diesem Jahr. Aus der Stadtkasse muss allerdings kein Cent fließen. Denn das Projekt wird durch Landesmittel und Anliegerbeiträge voll finanziert. Ansonsten läuft der Straßenbau auf absoluter Sparflamme. Genauer gesagt: In der Kernstadt wird keine weitere Piste auf Vordermann gebracht. Größtes Vorhaben ist noch die Verlängerung der Alten Schulstraße in Pretzier.

Im Hochbaubereich konzentriert sich die Stadt 2011 auf Schulturnhallen. Die Jenny-Marx-Sporthalle soll bis zum nächsten Jahr saniert werden, neben der Perver Grundschule eine neue Multifunktionshalle entstehen.

Nachhaltig soll die Investition in die Schwimmhalle sein. Vom geplanten Umbau der Heiztechnik verspricht sich die Stadtverwaltung eine deutliche Senkung der Betriebskosten.

Zum Ausgleich des Vermögenshaushalts zwischendurch gestrichen und nun laut Oberbürgermeisterin Sabine Danicke doch wieder ins Auge gefasst ist der Bau eines Rasenplatzes im Süden des Seelenbinder-Stadions, dort wo die Baracken abgerissen worden sind. Der rund 120000 Euro kostende Platz soll für Trainingszwecke und Kleinfeld-Punktspiele genutzt werden können und wird deshalb mit Beregnungsanlage und Flutlicht ausgerüstet, erklärte Hauptamtsleiter Matthias Holz auf Volksstimme-Nachfrage.

Wie dringlich ein weiterer Fußballplatz ist, dokumentiert die aktuelle Situation: Sowohl die Rasenplätze im Stadion als auch auf der Flora sind augenscheinlich in einem erbärmlichen Zustand. Matthias Holz hat als Ursache die trockene Witterung und den stark expandierenden Spielbetrieb im Nachwuchsfußball ausgemacht. Der Rasen habe kaum Zeit zur Erholung gehabt. Die im Konsolidierungskonzept vereinbarte Schließung der Flora-Sportstätte zum 30. Juni 2012 sei deshalb aus seiner Sicht "utopisch". Selbst dann, wenn das Kleinsportfeld im Stadion errichtet worden ist. Erst der erwartete demografische Wandel, verbunden mit einem Rückgang der Kinderzahlen, erlaube die Überlegung, die Flora dicht zu machen. Der Hauptamtsleiter geht davon aus, dass auf der Traditionsstätte auch "in den nächsten fünf, sechs Jahren Fußball gespielt wird."