Mit 10 000 Euro unterstützt der Altmarkkreis auch in diesem Jahr die Arbeit von Kulturvereinen. 17 Vereine haben Anträge gestellt – für insgesamt 24 180 Euro. Um dem Kulturausschuss die Entscheidung zu erleichtern, hat das Kreis-Kulturamt im Vorfeld die Anträge durchforstet. Am Mittwoch entbrannte eine dennoch hitzige Diskussion im Kulturausschuss. Ausgelöst durch einen Antrag des städtischen KulTour-Eigenbetriebes Salzwedel. Doch die Aufregung wäre gar nicht nötig gewesen.

Salzwedel. Die Werke von 34 Künstlern aus elf Ländern werden im Rahmen des 28. Internationalen Hansetages in Salzwedel gezeigt. Die Ausstellung von HANSEartWORKS läuft unter dem Motto " Speichern unter …" Ein 150 Jahre alter Speicher wird zum Kunstobjekt. Rund 55 800 Euro kostet das Projekt, 16 300 Euro steuert Salzwedel zu. Die Stadt hofft zudem auf Zuschüsse des Landes. Ein entsprechender Antrag ist im Herbst 2007 gestellt worden. Zu diesem gehört auch eine Ko-Finanzierung durch den Altmarkkreis in Höhe von 5000 Euro. Doch statt auf einer Haushaltsstelle des Kreises landeten diese 5000 Euro auf dem Antragsberg der Kulturförderung. " Wir waren vor einigen Wochen vom Kreis aufgefordert worden, einen förmlichen Antrag zu stellen. Das haben wir gemacht ", erklärte Joachim Mikolajczyk, Chef des städtischen KulTour-Eigenbetriebes. " Wir wollten damit nicht den Kulturvereinen das Geld wegnehmen ", betonte er gestern gegenüber der Volksstimme.

Doch das alles wussten die Mitglieder des Kreis-Kulturausschusses am Mittwoch nicht. Krampfhaft suchten sie einen Ausweg aus dieser Bredouille, denn die Verwaltung hatte vorgeschlagen für das internationale Kunstprojekt nur 1000 Euro zu geben. Dass der Internationale Hansetag eine Ausstrahlung auf die ganze Altmark hat und dass die Region die nächsten 20 Jahre daran gemessen wird, wie Ausschussmitglied Karl-Heinz Reck erklärte, war auch ihnen bewusst. Doch eine globale Kürzung der ohnehin bereits verringerten Zuschüsse für die anderen Anträge, wie sie Reck vorschlug, lehnte der Ausschuss mehrheitlich ab. " Das wäre nicht fair ", betonte Uwe Hundt. Einen Ausweg fand Angelika Scholz. Sie setzte bei den Chören den Rotstift an. " Ich bin selber Chormitglied. Ich weiß, dass sie ihre Sachen trotzdem hinbekommen werden ", meinte Angelika Scholz. Aus dem 1000-Euro-Zuschuss für die Ausstellung wurden so 2300 Euro. Einzig Heike Clasen stimmte dagegen. Sie empfand es als ungerecht, andere Vereine zugunsten von Salzwedel auf Null zu setzen.

Deutliche Kritik an Salzwedel gab es auch. Die Stadt hätte bereits im Herbst während der Kreishaushaltsdiskussion eine Globalförderung beantragen können, hieß es.