Salzwedel/Lüneburg - Worum sich Salzwedel und die anderen sieben altmärkischen Hansestädte mit großem Engagement seit vielen Jahren bemühen, hat Lüneburg nun erreicht: Ab sofort darf sich die Stadt an der Ilmenau offiziell Hansestadt nennen. Schon bald sollen Ortsschilder und Briefbögen mit dem neuen Titel gekennzeichnet sein. Da das Autokennzeichen "LG" für den Landkreis Lüneburg steht, muss dies nicht geändert werden.

Ab dem 1. Januar 2008 wollen sich auch die altmärkischen Städte auf dem Ortsschild und Briefkopf "Hansestadt" nennen dürfen. "Das ist unser Kampfziel", so Osterburgs Bürgermeister Hartmuth Raden. Er sieht zuversichtlich einer Entscheidung im Innenministerium entgegen: "Ich hoffe, das geht jetzt alles schneller."

In Sachsen-Anhalt gibt es nach wie vor keine Stadt, die offiziell den Titel "Hansestadt" tragen darf. Anders als in Niedersachsen existieren aber auch nicht derart strenge Auswahlkriterien. "Ich bin Optimist", sagte Hartmuth Raden nach einem Gespräch mit dem Innenministerium. Er und seine Bürgermeisterkollegen der altmärkischen Hansestädte – dazu gehören Salzwedel, Tangermünde, Gardelegen, Stendal, Seehausen, Havelberg und Werben – haben sich erneut für diesen Titel stark gemacht. "Wenn es unkompliziert geht und keine zusätzlichen Kosten für die Allgemeinheit nach sich zieht, dann machen alle mit", bestätigt Raden das einheitliche Interesse. Und Hansestädte seien sie früher ja unstrittig alle gewesen.

Lüneburg ist die erste und einzige Kommune in Niedersachsen, die sich offiziell mit dem Titel "Hansestadt" schmücken darf. Die Entscheidung war keine leichte, bestätigte Michael Knaps, Pressesprecher im niedersächsischen Innenministerium. Bereits im Dezember 2006 hatten die Lüneburger diesen Titel beantragt. Ähnlich wie die Bezeichnung "Universitätsstadt" und auch "Residenzstadt" musste das Innenministerium ganz genau nach den Vorgaben der Niedersächsischen Gemeindeordnung prüfen. Letztlich entscheidend war die "objektiv herausragende Rolle der Hanse" für die Stadt. Das sei, so Knaps, nur bei ganz wenigen Städten Niedersachsens der Fall. "Für die altmärkischen Städte ist die Bedeutung der Hanse ebenso unbestreitbar", versichert Salzwedels Bürgermeister Siegfried Schneider.