Stendal - Nicht nur der Landesbetrieb Bau Nord in Stendal scheint wenig amüsiert zu sein über die Aufkleberaktion der Bürgermeister von Salzwedel, Stendal, Osterburg, Gardelegen, Havelberg, Seehausen, Tangermünde und Werben am vergangenen Freitag. Sie hatten ihre Ortseingangsschilder mit dem Wort "Hansestadt" überklebt, um so auf die gemeinsame Geschichte und den Internationalen Hansetag 2008 in Salzwedel aufmerksam zu machen.

Auch der Landkreis Stendal reagiert. Bis zum morgigen Donnerstag haben die ostaltmärkischen Bürgermeister Zeit, die Aufkleber zu entfernen, sonst folgt ein ebenso freundlicher wie nachdrücklicher Brief, erklärte gestern Elisabeth Glöß, Leiterin der Straßenverkehrsamtes. Den Bürgermeistern werde dann schriftlich die Rechtslage erklärt. Der Zusatz "Hansestadt" ist nicht möglich, weil die Städte nicht so heißen. Deswegen sei das Ganze "unzulässige Werbung", so Glöß.

Dass die Bürgermeister reagieren, ist fraglich. "Ich mache den Aufkleber nicht ab", sagte Osterburgs Bürgermeister Hartmuth Raden. "Ich kann den gar nicht abmachen, ohne das Schild zu zerstören. Der sitzt bombenfest", schilderte Stendals Tourismus-Sachgebietsleiter Michael Standke.

Ganz gelassen kann Tangermündes Bürgermeister Rudolf Opitz sein. Er hatte den Aufkleber an ein provisorisches Schild nahe der Elbbrücke angebracht. Bereits am Sonnabend war das Schild demontiert.
Erstaunt über die Schnelligkeit des Landesbetriebes Bau – Mitarbeiter hatten am Montagmorgen den Aufkleber in Salzwedel entfernt, wie die Volksstimme gestern exklusiv berichtete – zeigte sich Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs. "Ich bin angenehm überrascht", sagte er mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht. Natürlich sei es allen klar gewesen, dass die Aufkleberaktion nicht rechtens ist. "Aber was macht man nicht alles für Salzwedel."