Schönebeck l Anerkennender und herzlicher Beifall - mitten im Gottesdienst. Denn die Sternsinger aus der katholischen Pfarrei St. Marien und St. Norbert Schönebeck/Calbe haben einer ersten Zählung zufolge rund 6642 Euro beim diesjährigen Dreikönigssingen in Schönebeck, Calbe und den Orten Bördelands gesammelt. Die Gemeinde im Gottesdienst zollte dieser Leistung Respekt und klatschte ordentlich für die Kinder und Jugendlichen, die seit dem 27. Dezember in verschiedenen Gruppen unterwegs gewesen sind. Sie gingen von Haus zu Haus, sangen und beteten mit denen, die es wollten, segneten die Wohnungen und sammelten die Spenden, die Kinderflüchtlingsprojekten im afrikanischen Malawi und weltweit zugute kommen.

Erik Hölzel (14), Sven Hölzel (11) und Hannes Höpfer (14) gehören zu den zugegebenermaßen schon etwas älteren Schönebecker Sternsingern. Zusammen mit Hans-Josef Kockx als erwachsenen Begleiter waren die Jungen in der Altstadt und der Wilhelm-Hellge-Straße unterwegs. Sie brachten ihren Segen auch in die Volksstimme-Redaktion. Für Erik, Sven und Hannes ist es Ehrensache, dass sie als die Heiligen drei Könige verkleidet durch die Stadt ziehen.

Zusammen mit den anderen Mädchen und Jungen aus der Gemeinde sowie mit Helfern haben sich die Sternsinger vorbereitet. Mit Gemeindereferentin Maria Scherbaum haben die Kinder und Jugendlichen über die Themen Flucht und Vertreibung, über das Beispielland Malawi gesprochen. Sie haben Lieder und Gebete auswendig gelernt. Sicherlich, sagen die Jungen, könne man in den Ferien auch andere Dinge machen, Dinge die manchmal mehr Spaß machen würden. Aber: "Wir erleben die Leute aufgeschlossen, wenn wir kommen und alle empfangen die Sternsinger gern", sagt Erik. Keine Scheu haben die "Drei Könige" deshalb, vor anderen zu singen und verkleidet aufzutreten.

Diesen Geist des Sternsingens betonte Pfarrer Dr. Thomas Thorak gestern in seiner Predigt beim Gottesdienst zum Dreikönigsfest in der Schönebecker Marienkirche. Er bedankte sich für den Mut und die Treue der Sternsinger in den vergangenen Tagen. Halb Schönebeck habe die kleinen Gruppen aus der Gemeinde gesehen und sich womöglich auch gefragt, was für ein kurioses Tun das sei, gegen jede Vernunft, so der Geistliche. "Aber wir glauben oft gar nicht, dass davon Segen ausgehen kann." Die Kinder und Jugendlichen hätten ihren Glauben in der Öffentlichkeit verkündet, sagte der Pfarrer, was heutzutage gar nicht mehr so einfach sei. Es sei gut, so Thomas Thorak weiter, wenn man sich auf die Suche begebe, wenn man neugierig bleibe und schließlich erfahre, dass ein Sinn hinter allem stecke.

Und die Sternsänger hätten schließlich gemeinsam mit denen, die auf sie gewartet haben, den Blick auf das Wesentliche des Weihnachtsfestes gelenkt. "Es braucht Menschen, die nach dem einen Stern Ausschau halten, der den Weg zur Krippe leitet, zu Gott hin." Dieser Gott sei Gott der Liebe und der Hinwendung zum Nächsten. So fügt sich auch das Spenden in den Kontext des Dreikönigsingens.

Die Sternsinger sammelten gestern noch einmal nach der Heiligen Messe in der Mariengemeinde, waren noch in einigen Orten unterwegs und besuchten - als Tradition - das Dreikönigstreffen von Stadt und Stadtrats-FDP im Hotel Domicil.

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