Calbes Stadträte zerbrechen sich den Kopf darüber, an welchen Stellen Calbe im Bereich der freiwilligen Aufgaben noch den Rotstift ansetzen sollte. Aus dem Finanzausschuss kam nun ein Vorschlag, eines der drei Stadtfeste aus dem Veranstaltungskalender zu streichen.

Calbe l Die Saalestadt muss den Gürtel noch enger schnallen. So hat es die Kommunalaufsicht des Salzlandkreises in ihrem jüngsten Schreiben angeordnet (Volksstimme berichtete). Ein Bereich sind die freiwilligen Aufgaben, die zwar nur etwas mehr als drei Prozent des Gesamthaushaltes der Stadt ausmachen, aber nach Ansicht des Salzlandkreises für eine Stadt in der Größenordnung Calbes immer noch zu viel ausmachten.

Neben den - angesichts des vorgehaltenen Personals - kostenintensiven Positionen wie der Fähre oder dem Tiergehege auf dem Wartenberg sieht Bernburg auch in den drei Calbenser Stadtfesten Konsolidierungspotenzial. Auf 4000 Euro beläuft sich dafür der jährliche städtische Zuschuss.

"Eine Summe für alle Bürger, über die man eigentlich nicht reden müsste", sagte Ehrenratsvorsitzender Georg Hamm (CDU/FDP) im vergangenen Finanzausschuss. "Doch als Stadt leisten wir uns drei große Feste. Wir sollten beispielsweise langfristig überlegen, ob wir das Rolandfest und das Bollenfest in Zukunft zusammenlegen", schlägt der 71-Jährige vor. Einerseits könnten damit Organisationskräfte gebündelt und andererseits gemeinsam ein großes Fest mit vielen Aktionen beworben werden, ist Hamm überzeugt. Der Weihnachtsmarkt im Advent sollte als separate Veranstaltung erhalten bleiben.

Die Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden (IGG) Calbe lädt dieses Jahr am ersten Juniwochenende zum mittlerweile 20. Rolandfest auf den Marktplatz ein. Auch das Bollenfest wird am ersten Septemberwochenende vom Calbenser Bollenverein zum nunmehr 13. Mal veranstaltet. Beide Feste haben also seit langem einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Stadt.

Ist eine Zusammenlegung vorstellbar? "Kurzfristig innerhalb eines Jahres sicherlich nicht", sagt Bollenvereinsvorsitzende Ingrid Dupke-Jäschke. Sie und weitere Mitglieder stecken schon mitten in den Vorbereitungen für das kommende Fest. "Langfristig müssten sich die Vereine dazu mal an einen Tisch setzen", sagt Dupke-Jäschke. Einen Anfang habe es mit den beiden Kulturrunden bereits gegeben. "Generell könnte ich mir eine Zusammenlegung vorstellen, obwohl die Feste schon einen unterschiedlichen Charakter haben." Für sie sei es allerdings irritierend, wie rigoros die Kommunalaufsicht Kürzungen bei freiwilligen Aufgaben der Stadt und damit häufig gegen das ehrenamtliche Wirken anordnet. Dabei übernehme die Stadt die Kosten für Strom, Wasser und Reinigung des Marktes. Den Rest stemme der Verein aus eigener Tasche.

Was halten die Volksstimme-Leser von einer Zusammenlegung des Bollen- und Rolandfestes? Rufen Sie an unter (03 92 91) 49 23 28 oder schreiben Sie eine E-Mail an pressebuero-pinkert@arcor.de.