Sie sind ihr eigener Chef, doch es gibt sie auch als Team: Christian Boos, Uwe Sontach und Robert Tomischka sind "Plan Mitte". Die drei, die im Staßfurter Raum beheimatet sind, bieten Architekten- und Planungsleistungen. In der Reihe "Zum Frühstück bei ..." - eine Aktion von Bundesverband mittelständischer Wirtschaft und Volksstimme - erzählen sie mehr davon.

Staßfurt l Viele Leistungen - ein Ansprechpartner: So kann man das, was Christian Boos, Uwe Sontach und Robert Tomischka mit ihrem Zusammenschluss zu "Plan Mitte" bieten wollen, umschreiben. "Planung ist Vielfalt. Jeder von uns hat seine speziellen Bereiche, seine Stärken", erzählt Uwe Sontach. Bauingenieur Robert Tomischka sei der Energetiker, Architekt Christian Boos stehe für Bauleitplanung und Stadtteilentwicklung, Architekt Uwe Sontach sei der Experte für die Entwürfe. Alle drei sind Gesellschafter, alle drei Geschäftsführer, alle gleichberechtigt. Ansinnen ihrer Zusammenarbeit ist, verschiedene Bereiche im Team zu bündeln. Die Vorteile liegen auf der Hand: kurze Wege, schnelleres Handeln und damit wertvolle Zeit, die der Auftraggeber einsparen kann. Die drei wollen in Sachen Planung alles bieten: Architektur, Stadtplanung, Bauen im Bestand, Regionalplanung, Tragwerksplanung, Verkehrsplanung, Energieberatung, Bauleitplanung ... Und obgleich ihre Firma erst ein gutes Jahr jung ist, so haben sie doch im Vorfeld bei einzelnen Projekten schon zusammengearbeitet und gemerkt, dass sie sich gut ergänzen.

Bestes Beispiel ist unser Frühstücksort: das Salzlandcenter. Ein gemeinsames Projekt von Christian Boos und Uwe Sontach. Ebenso wie das Berufsschulzentrum Wema in Aschersleben. "Es läuft bei uns mit der Zusammenarbeit gut", sagt Christian Boos, lächelt und fügt hinzu: "Gemeinsam sind wir stärker." Noch mehr Schlagkraft hat das Team erhalten, als Robert Tomischka dazugekommen ist. Auch hier gibt es gemeinsame Projekte. Zum Beispiel die aufwendige Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude am Schäfereiberg in Staßfurt. "Jeder hat schon eine Menge Erfahrung", merkt Robert Tomischka an und ergänzt: "Bei der Fülle der heutigen Normen und Vorschriften muss man sich austauschen, sonst ist man ständig am Studieren, nur um auf dem aktuellsten Stand zu bleiben."

"Wo sitzen wir hier? Wir waren uns einig: In der Mitte des Salzlandkreises."

Weil wir gerade beim Frühstücken sind - für die Herren ist es eher das zweite Frühstück. Bei Uwe Sontach beginnt der Tag um 6.45 Uhr mit Kaffee und Brötchen. Eine Stunde eher steht Christian Boos auf, um mit seiner zwölfjährigen Tochter noch in Ruhe frühstücken zu können. Und mittendrin reiht sich Robert Tomischka ein. Der Wecker des dreifachen Familienvaters klingelt um 6 Uhr. "Erst steht das Frühstück für die anderen im Vordergrund, dann bin ich dran", sagt er schmunzelnd. Bei ihm geht es morgens mit Müsli, Joghurt, Obst und Tee sehr gesund zu. "Kaffee trinke ich eher selten".

Doch warum eigentlich der Name "Plan Mitte"? Christian Boos schmunzelt und erzählt: "Als wir das erste Mal mit dem Gedanken zusammensaßen, Projekte gemeinsam zu entwickeln, habe ich überlegt: ,Wo sitzen wir hier?\' Wir waren uns einig: In der Mitte des Salzlandkreises. Diese Tatsache war Mitanstoß für die Namensgebung."

Apropos Staßfurt: Dort sind die Architekten und Bauingenieure gerade darin involviert, im Stadtteil Leopoldshall 14 energieeffiziente Single-, Familien- und Senioren-Wohnungen entstehen zu lassen. "Wenn man die Zentren mit attraktiven Wohnungen stärkt, bleibt auch die Kaufkraft vor Ort, weil die Leute beispielsweise bequem einkaufen gehen können und nicht fahren müssen", sagt Boos.

Sie lieben ihren Beruf, das ist im Gespräch zu merken. "Die Arbeit macht einfach Spaß, vor allem, weil man sein Werk noch über Jahre sieht", sagt Christian Boos. Es seien die täglichen Herausforderungen, meint Uwe Sontach. So seien durch die Energiesparverordnung, die ständig steigenden Energiepreise und die sich dadurch immer weiter entwickelnden Anforderungen an das energieeffiziente Bauen ein Umdenken im Planen passiert. Jetzt werde versucht, möglichst optimierte Bauhüllen zu erzeugen und hochwertige Anlagentechnik einzusetzen, um möglichst viel Energie einzusparen.

Ihr Ziel ist klar: Das Stadtquartier "Stille Straße" ist zudem ein Projekt zur städtebaulichen Aufwertung von Staßfurt und setzt ein Beispiel für die Weiterentwicklung von Wohn- und Stadtquartieren, denn nur durch neue, moderne Wohnungen lasse sich die soziale Infrastruktur ganzer Stadtteile erhalten und positiv gestalten.

"Ich würde mir Bauherren wünschen, die ein etwas größeres Portmonee haben ..."

Abschließende Frühstücksfrage: Wenn Sie sich etwas wünschen könnten - was wäre das? "Ich würde mir Bauherren wünschen, die ein etwas größeres Portmonee haben... Einmal alles machen, was heute möglich ist, ohne finanzielle Zwänge ansetzen zu müssen", sagt Uwe Sontach. Ganz anders Christian Boos: "Ich wünsche mir eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen sowie einen größeren Spielraum bei Ausschreibungen und Vergaben. Die bisherige Politik der Fördermittelvergaben scheitert in den meisten Fällen am notwendigen Eigenanteil der Städte und Gemeinden. Mut und Risikobereitschaft bei anstehenden Investitionen sollten ein breiteres Feld einnehmen." Diesen Ausführungen schließt sich Robert Tomischka an und ergänzt noch den Wunsch nach einer ausgeglicheneren Auftragslage.

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