Jahresbeginn ist die Zeit der Feuerwehr-Jahreshauptversammlungen. Mario Mutschall, Ortswehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Pömmelte, hielt seinen Rechenschaftsbericht für 2013. Dabei sparte er nicht mit Kritik.

Pömmelte l "An dieser Stelle wollte ich eigentlich sagen, dass ich mich über die erschienenen Stadträte und Mitglieder des Ortschaftsrates Pömmelte freue, da sie damit ihr Interesse an unserer Arbeit zeigen. Leider hält sich das Interesse der Stadträte an einer funktionierenden Wehr auch in diesem Jahr sehr in Grenzen", begann Mario Mutschall. Er hob hervor, was auch schon bei der Jahreshauptversammlung in Groß Rosenburg deutlich gemacht wurde: Feuerwehr ist kein Hobby abenteuerlustiger Zeitgenossen, sondern entbehrungsreiches und nicht immer ungefährliches Ehrenamt im Dienste des Allgemeinwohls.

Was Mutschalls Jahresrückblick untermauerte: 2013 gab es insgesamt 24 Dienstabende. Von Januar bis März sowie in den Monaten November und Dezember standen überwiegend theoretische Themen wie Feuerwehrdienstvorschriften oder Brand- und Löschlehre auf dem Plan. Auch Notfallmaßnahmen für Atemschutzgeräteträger, der Umgang mit Photovoltaikanlagen sowie die Einführung des Digitalfunks waren Themen der Ausbildung.

Zu den praktischen Ausbildungseinheiten zählten für die Atemschutzgeräteträger Übungen im Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) Staßfurt. Von den 25 Einsatzkräften kann die Feuerwehr Pömmelte die stolze Zahl von 18 Atemschutzgeräteträgern vorweisen. Eine ungeheuer wichtige Funktion, die besonders bei der Menschenrettung bei Wohnungsbränden unerlässlich ist. Einsätze unter Atemschutz können sehr belastend sein. Daher müssen die Kameraden jährlich die sogenannte Atemschutzstrecke absolvieren, was bis an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit gehen kann.

Für den Ausbildungsdienst lag die durchschnittliche Beteiligung im vergangenen Jahr bei 74 Prozent. Das bedeutet, dass an jedem Ausbildungsdienst etwa 18 Kameraden teilnahmen.

"Bedingt durch den allgemeinen Mitgliederschwund und dadurch, dass die meisten Feuerwehrmitglieder außerhalb ihres Wohnortes arbeiten, sind nur noch wenige der zehn Ortsteilwehren der Stadt Barby 24 Stunden einsatzbereit gemeldet", mahnte Mario Mutschall. Nördlich der Saale sind das Barby und Pömmelte. Die anderen Wehren sind tagsüber abgemeldet. Das heißt, dass diese Ortschaften tagsüber nicht auf die Mindeststärke kommen, die für einen Einsatz notwendig ist und andere Wehren mitalarmiert werden müssen. "Und auch den Wehren Barby und Pömmelte fällt es schwer, die Minimalstärke zu gewährleisten. Aber wir können es noch", so der Ortswehrleiter. Sein Dank gilt deshalb den Firmenchefs Slim Puder, Peter Liensdorf und Arno Broermann. "Nur durch sie und ein paar in Schichten arbeitenden Kameraden können wir unsere ständige Einsatzbereitschaft sicherstellen", klärte Mutschall auf.

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