Schule zum Kennenlernen: Am Sonnabend hat das Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium in Schönebeck seine Türen geöffnet. Besucher schauten sich in der Bildungseinrichtung am Malzmühlenfeld um - zum letzten Mal. Denn zum neuen Schuljahr gibt es die neue Schule.

Schönebeck l "Bleiben unsere Kinder zusammen?" - Schulleiter Dr. Ulrich Plaga muss nicht lange überlegen bei der meistgestellten Frage der Eltern am Tag der offenen Tür. Rund 100 Mädchen und Jungen machen ab September die neuen fünften Klassen aus. Geplant ist, diese Klassen vier- oder sogar fünfzügig zu fahren. Verständlich, dass ihre Eltern wissen wollen, wie die Klassenbildung vonstatten geht. "Wir schauen immer, dass die neuen Schüler nicht allein sind", sagt der Schulleiter und beschreibt, wie die Planung der Klassenkonstellationen aussieht. Doch: Das Gymnasium vermeidet es, Kindergruppen, die aus einer Grundschule, aus einem Ort zusammen ankommen, auch zusammen zu lassen. "Dann stoßen in den Klassen Gruppen aufeinander und in der Schule ebenso. Das ist nicht gut."

Zudem müsse auf praktische Belange des Unterrichtsalltags Rücksicht genommen werden - Musikerziehung, Ethik und Religion sind in den Klassenverbänden organisatorisch unter einen Hut zu bekommen. Die Erfahrungen der Schule, so vorzugehen, sagt Ulrich Plaga, seien sehr gut. "Zumal alle fünften Klassen gleich im September eine Kennenlernfahrt unternehmen. Da entstehen schnell viele neue Freundschaften."

Viele Eltern haben sich am Sonnabend zusammen mit ihren Schützlingen den Rahmen für den Lebens- und Lernalltag ihrer Kinder in den kommenden Jahren angesehen. Das Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium öffnete die Türen. Alle Fachbereiche und außerschulischen Angebote hatten etwas vorbereitet: Musikdarbietungen standen neben chemischen und physikalischen Experimenten. Kniffelig wurde es beim Mathematikquiz oder bei der Reise durch die Geschichte. Fernweh kam bei allen Sprachfächern auf. "Schüler und Lehrer haben in allen Bereichen etwas vorbereitet, sie wollen die Gäste mitnehmen, die Besucher sollen mittendrin sein."

"Learning by doing" (Praxislernen) also. Wem das nicht reichte, für den gab es noch etwas in die Hand. Zusammen mit einem Kooperationspartner hat die Schule einen Flyer entwickelt und verteilt, in dem Interessenten nachlesen könne, wie die Laufbahn der Kinder von Klasse 5 bis 12 aussieht. "Das ist Information pur", sagt Schulleiter Plaga und freut sich, dass dieses Angebot kurzfristig vor dem Aktionstag noch zustande gekommen ist.

Und was sagt der Schulleiter, wenn er die Werbetrommel für sein Haus rühren sollte? "Ich vermeide es, auch bei Elternabenden, uns gegenüber anderen Schulen hervorzuheben. Das ist nicht mein Stil, und ich finde das geradezu billig", sagt Ulrich Plaga. "Die Arbeit muss überzeugend sein. Und ich bin überzeugt, die Arbeit hier in Schönebeck spricht eine eindeutige Sprache." Dafür stünde auch, dass es jetzt 118 Fünftklässler gebe, von ihren Eltern angemeldet mit dem Wissen um das Provisorium während der Bauphase an der Johannes-R.-Becher-Straße.

Stichwort Bau. Hier spielt der Schulleiter dann doch noch eine Art Trumpf aus. Denn die zukünftigen Fünftklässler werden das Haus am Malzmühlenfeld gar nicht mehr kennenlernen.

Das Gymnasium zieht im Sommer zurück an die Berliner Straße. Und damit ein komplett erneuertes Schulhaus. "Das wird eine moderne Schule wie kaum eine zweite in Sachsen-Anhalt", sagt der Schulleiter.

Weitere Bilder: www.volksstimme.de/schoenebeck - dann "Bilder aus Schönebeck"

 

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