An rot-weiße Baken vor Ruinen haben sich Calbenser wohl oder übel schon gewöhnt. In der Neustadt ist eine Ruine fast verschwunden, doch die Absperrung davor stört den Verkehrsfluss. Völlig unnötig, meint ein Bürger und fordert die Baken von der Straße zu nehmen.

Calbe l Die Absperrbaken prägen seit längerem das Bild im Innenstadtbereich. Zuletzt sind sie in der Ritterstraße, in der Tuchmacherstraße und Wilhelm-Loewe-Straße aufgestellt worden. Immer sollen sie Passanten vor den bröckelnden Ruinen schützen, die hinter ihnen stehen.

Doch im Fall der Neustadt sieht das anders aus, findet Rolf Kiese. Dort ist zwischen zwei Wohnhäusern eine Ruine teilweise abgerissen worden, die rot-weißen Baken und der Absperrzaun ragen jedoch über den schmalen Fußweg hinaus und rund einen halben Meter auf die Straße. "Das behindert den Verkehrsfluss erheblich", meint der Calbenser gegenüber der Volksstimme. Als Kraftfahrer kommt er häufiger an dieser Stelle vorbei. An der Absperrung kommt es manchmal zum Stau bis zurück auf die Arnstedtstraße.

Vor allem beim jetzigen Schneematsch sind die Blaubasaltsteine der Neustadt glatt wie Schmierseife. "Es besteht doch die Gefahr, dass Fahrzeuge gegeneinander rutschen." Rolf Kiese kann es nicht verstehen, warum die Absperrung nicht von der Straße genommen wird. "Gefahr besteht doch keine für Fußgänger und Kraftfahrer."

Das sieht das Bauordnungsamt des Salzlandkreises als verantwortliche Behörde auf Nachfrage anders. Demnach besteht bei den Mauerresten einerseits weiterhin Einsturzgefahr. Anderseits sei das Grundstück beispielsweise für Kinder frei zugänglich. Da sich aber die besagte Ruine auf dem Grundstück befindet, kann die Absperrung nicht entfernt werden. Ein Zugeständnis kündigt Kreis-Pressesprecherin Ingrid Schildhauer an: "Ein Zurücksetzen der Sperrung bis an den Bordstein wird in dieser Woche überprüft." Mit dieser Lösung wäre Rolf Kiese zufrieden.

Erst im vergangenen Jahr gab die Stadtverwaltung den Bereich der Neustadt zwischen Breite und Arnstedtstraße für beide Fahrtrichtungen frei, um den innerstädtischen Verkehrsfluss zu verbessern. Davor durften Kraftfahrer ausschließlich von der Arnstedtstraße in die Neustadt eingebiegen.