In unmittelbarer Nähe der Papiermühle kehrt bald wuchtige Technik vom Betrieb des alten Saalewehrs zurück. Dort will sie der Verschönerungsverein ausstellen und hat schon die nötigen Vorbereitungen getroffen. Noch in diesem Monat soll es losgehen.

Calbe l Im Jahr 1842 ist das rund 183 Meter lange Saalewehr in seiner heutigen Form errichtet worden. Ein Bestandteil davon ist eine wuchtige Anlage mit großen Übertragungzahnrädern, mit der einst elektrisch die Stauhöhe der Saale am Wehr reguliert wurde. Vor zehn Jahren begann die Saale-Kraftwerk Calbe GmbH mit Sitz im bayrischen Traunreut das heutige Buchtenkraftwerk mit neuer Regulierungstechnik zu errichten.

Zwei große Kräne sollen den Koloss hinab zum Wehr heben

Daraufhin kam die ausrangierte Maschine über das Wasser- und Schifffahrtsamt des Bundes in die Nähe von Rothenburg an der Saale, wo sie aufgearbeitet und unter freiem Himmel ausgestellt wurde.

"Nun soll der Koloss wieder zurück nach Calbe kommen und am Wehr ausgestellt werden", sagt Rudolf Conrad, Vorsitzender des Verschönerungsvereins Calbe (VVC), dem dadurch keinerlei Kosten entstünden. "Es ist ein beeindruckends technisches Denkmal, das zur Geschichte des Wehres und damit der Stadt gehört." Es soll auf einem massiven Betonfundament in unmittelbarer Nähe des Wehres aufgestellt werden. Eine genaue Dokumentation zu seinen technischen Daten und der Funktionsweise soll für Fußgänger, die auf der beliebten Spazierstrecke zwischen Rathaus und Fähre unterwegs sind, noch erarbeitet werden. Schützenhilfe beim Transport bekommen die Ehrenamtlichen vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Bernburg. Mit dem Außenbezirksleiter Matthias Pusch und Vertretern der Stadt wurden gestern vor Ort Einzelheiten besprochen.

Dabei wird der mehr als zwölf Tonnen schwere Koloss bis zur Mühlgrabenbrücke am Schillergymnasium gebracht. Anschließend lädt eine Fachfirma die Maschine auf einen Tieflader, von wo sie vom städtischen Bauhof über die Brücke, an der Fährstelle vorbei bis an die alte Papiermühle gezogen wird. Anschließend übernehmen zwei Kräne den Rest und lassen die schwere Technik hinab zum Saalewehr schweben. Dafür ist es notwendig, dass dortige Bäume eingekürzt werden. "Der Umweltausschuss wird die Stelle zuvor besichtigen", sagt Bürgermeister Dieter Tischmeyer. Schon in wenigen Tagen kann der tonnenschwere Umzug beginnen. "Damit wollen wir das Areal entlang der Calbenser Saale weiter aufwerten", sagt Rudolf Conrad. Als Dank für die Unterstützung überreichte er aus seinem Fundus Matthias Pusch historisch wertvolles Kartenmaterial sowie Zeichnungen aus der Zeit des Calbenser Schleusenbaus im Jahr 1886.