Im Barbyer Diakonat probt fortan ein Bläserchor, dessen Mitglieder aus Barby und Umgebung kommen. Leiter ist der Schönebecker Kantor Carsten Miseler, der sich über neue Musiker freuen würde.

Barby l "Wir spielen jetzt die 331", sagt Carsten Miseler. Nach dieser geheimnisvollen Ansage blättern die Musiker wie selbstverständlich in ihren Noten und warten auf das Auftakt-Zeichen ihres Dirigenten. Miseler lächelt: "Da braucht man gar keinen Titel mehr zu sagen: 331 reicht." Die Zahl steht für "Großer Gott wir loben dich", ein ergreifendes Lied, das man seit Jahrhunderten in den Gesangsbüchern findet. Es ist ein ökumenisches deutsches Kirchenlied, das 1771 von Ignaz Franz nach dem möglicherweise von Nicetas von Remesiana stammenden "Te Deum laudamus" aus dem 4. Jahrhundert verfasst wurde. Es zählt zu den bekanntesten Kirchenliedern und ist quasi ein Muss für jeden Bläserchor.

Auf dem Spielplan der Gruppe stehen nicht nur klassische kirchliche Titel, sondern auch Spirituals. Der neue Kantor möchte mit der Gründung Bläsern der Region ein gemeinsames Musizieren ermöglichen. Damit könnte speziell für Barby wieder eine Tradition aufleben. Besonders in den 70er und 80er Jahren trat Ernst Neugebauer mit seinen Bläsern bei kirchlichen Anlässen auf. Besonders schön war damals das Turmblasen von St. Marien. Neugebauer ist heute wieder dabei.

Ab wann kann ein Kind überhaupt Trompete, Posaune und Co. blasen? Miseler weiß die verblüffend einfache Antwort: Bei einem Blasinstrument haben die Zähne einen sehr wichtigen Anteil am Ansatz, weil die Schneidezähne eine Fläche bilden müssen. Deshalb sollten die oberen Schneidezähne und Eckzähne bereits voll ausgebildet sein.

Carsten Miseler kam mit seiner Familie im September nach Schönebeck. Er ist Nachfolger von Beate Besser. Zuvor war er 14 Jahre in Bleicherode (Nord-Thüringen) tätig.

Der Kantor freut sich über jeden neuen Bläser. Interessenten sind eingeladen, zur 14-tägigen Donnerstagsprobe zu kommen und einfach mal reinzuschnuppern. Besonders angesprochen sind Kinder und junge Leute. Die beiden jüngsten sind gegenwärtig Clemens Thieme (8) und David Miseler (11).

Nächster Termin ist der 6. März ab 17 Uhr Diakonat, Ludwig-Fuchs-Straße.

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