Das Hochwasser hat die Landwirte im Salzlandkreis zurückgeworfen. Es gab Ertragseinbußen. Doch aufgeben will keiner. Das ist unter anderem ein Thema des Bauernverbandstages Salzland gewesen.

Schönebeck/Bernburg l Kopf hoch und weiter machen - so lautet das Credo der Landwirte und Tierhalter im Salzlandkreis. Denn das vergangene Jahr hatte mit dem Hochwasser im Juni verheerende Folgen für die Betriebe im Salzlandkreis.

"30000 Hektar sind in unserem Kreis vom Hochwasser betroffen gewesen", sagt Susanne Brandt, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Salzland. Im Volksstimme-Gespräch berichtet sie vom Bauernverbandstag, zu dem neben Mitgliedern auch Gäste aus Politik, Wirtschaft und der Agrarverwaltung gekommen sind. Ein sich aufzwingendes Thema war dabei das Hochwasser.

"Ein Großteil der Flächen folglich nicht ertragsfähig", blickt Susanne Brandt zurück. Bei einigen Flächen sei heute noch immer abzuwarten, ob sie wieder bestellt werden können. Andere seien bereits wieder in Kultur genommen. Trotz allem: "Keiner unserer Mitgliedsbetriebe hat infolge des Hochwassers aufgegeben." Jedoch sei die Situation vielerorts weiterhin angespannt, so Brandts Einschätzung.

Während des Bauernverbandstages hatte Matthias Saudhof, Vorsitzender des Bauernverbandes Salzland, ausführlich zu dieser Problematik referiert. Dabei ging er nicht nur auf die negativen Ereignisse ein, sondern auch auf die Hilfen, die den Betrieben zu Teil wurden. Besonders hebt er die Unterstützung aus dem eigenen Berufsstand hervor. So habe es Futterspenden gegeben, Freiflächen seien zur Verfügung gestellt worden und die Schorlemer-Stiftung des Deutschen Bauernverbandes hatte 323250 Euro an 24 Landwirte im Salzlandkreis gespendet. Das zeigt ein besonderes Engagement untereinander.

Der Salzland-Bauernverband werde seinen Mitgliedern weiter beratend zur Verfügung stehen, erwähnt Susanne Brandt an dieser Stelle. Doch letztlich den "Mut, weiter zu machen, muss jeder Betrieb selbst aufbringen".

Insgesamt gehören 52 Landwirtschafts- und Tierbetriebe im Salzlandkreis zum Bauernverband, hinzu kommen noch 14 Einzelpersonen. Damit ist der Bauernverband für ein Gebiet von rund 38000 Hektar zuständig. Diese Fläche erstreckt sich vorrangig auf die Altkreise Schönebeck und Bernburg.

Susanne Brandt blickt zuversichtlich auf die Verbandsarbeit. "Wir können bei der Mitgliederzahl und dazugehörigen Fläche einen Zuwachs verzeichnen", sagt sie und nennt den Rosenburger Bereich als ein Beispiel. 2013 gab es einen Flächengewinn von 520 Hektar für den Verband. Dabei sei es nicht unbedingt einfach, neue Betriebe zu gewinnen. Denn die Mitgliedschaft im Bauernverband ist keine Pflicht. "Deshalb müssen wir mit unserer Arbeit punkten", sagt Brandt. Das sei zum einen die agrarpolitische Arbeit, die die Landwirtschaft maßgeblich beeinflusse. Zum anderen engagieren sich die Verbandsleute in 16 Fachausschüssen oder werden bei Flurneuordnungsverfahren angehört.

Susanne Brandt zeigt sich derweil auch mit den Erträgen zufrieden. "Trotz des Winters/Frühjahrs 2012/13 waren die Erträge bei Getreide und Raps zufriedenstellend", sagt sie. Bei den Rüben sei nur ein unteres Mittel erreicht worden. Und schwierig, so Susanne Brandt, hatten es die Sonderkulturen wie Arzneipflanzen und Zwiebeln schwer. Und gerade diese Kulturen haben einen großen Anteil im Salzlandkreis.

Nichtsdestotrotz gehen die Verantwortlichen positiv in das neue Jahr. Es gibt schließlich viel zu tun. Ein Punkt ist das landwirtschaftliche Fachrecht. Hier seien neue Regelungen in Arbeit. "Daran wollen wir mitarbeiten und die Betriebe bei der Umsetzung unterstützen", kündigt die Geschäftsführerin an. Des Weiteren ist die Nachwuchsgewinnung ein Dauerbrenner. "Wir müssen den Jugendlichen zeigen, wie attraktiv die Landwirtschaft und Tierhaltung ist", nennt sie die Devise. Das soll unter anderem durch öffentlichkeitswirksame Aktionen geschehen - zum Beispiel durch den Tag der offenen Hoftür oder das Projekt "Grünes Erleben - Bauernhof als Klassenzimmer".

Aus Sicht von Brandt übrigens sind die Berufe im "Bauerngewerbe" durchaus ansprechend. "Man hat den Umgang mit der Natur und gleichzeitig mit Hightech", sagt sie.