Schönebeck l Ein Euro im Monat - und dafür können Sie Bücher, CDs, DVDs und Spiele ausleihen so viel Sie wollen. Dieses Angebot will die Stadt künftig seinen Bibliothekskunden machen. Bisher mussten Nutzer lediglich eine einmalige Anmeldegebühr bezahlen, nach dem Willen der Stadt soll künftig eine jährliche Nutzungsgebühr entrichtet werden. Darüber hat Kulturdezernent Joachim Schulke im Kultur-, Schul- und Sportausschuss am Donnerstag informiert.

"Sollten die Nutzerzahlen gleich bleiben, können wir somit Mehreinnahmen von 12000 Euro erreichen", erklärt Schulke die Rechnung hinter der Zahl. Soll heißen: Für die Mitgliedschaft in der Bibliothek sollen in Zukunft alle Erwachsenen 12 Euro pro Jahr zahlen. Bei der Entscheidung auf diesen Wert "haben wir uns danach gerichtet, was in anderen Bibliotheken in Sachsen-Anhalt üblich ist", erklärt Schulke.

Kinder sollen von den Kosten befreit sein und für Pärchen soll es eine vergünstigte Partnerkarte geben, führt er die Überlegungen weiter aus.

In seine Berechnung einbezogen hat der Dezernent auch, dass einige Nutzer dann nicht mehr zur Bibliothek gehen werden, wenn sie sich einen neuen Schmöker aussuchen wollen. Jedoch zeigt er sich zuversichtlich, dass das nicht die Masse sein sollte. "Eine Befragung der Nutzer hat gezeigt, dass sie die Notwendigkeit einsehen", sagt Schulke im Ausschuss.

Das leuchtet Anne Thesenvitz (UWG/Grüne) nicht ganz ein. "12 Euro im Jahr sind ganz schön happig", sagt sie und vergleicht mit der Bibliothek in Magdeburg, wo der Jahresbeitrag 10 Euro betrage. Jedoch erwähnte sie nicht, dass in der Landeshauptstadt für CDs, DVDs, Hörbücher eine Zusatzgebühr von einem Euro erhoben wird.

Wiederum für Sabine Krause (CDU) gilt: "Wenn die Gebühr dazu beiträgt, dass die Bibliothek bestehen bleibt, dann finde ich das in Ordnung."

Der Kulturausschuss gibt schließlich dem Dezernenten das grüne Licht, eine entsprechende Beschlussvorlage vorzubereiten.