Der Lebensmittelproduzent Cargill will in Barby weiter expandieren. Landrat Ulrich Gerstner (SPD) besuchte das Unternehmen in dieser Woche, um sich über die Pläne des weltweit tätigen Konzerns am Standort zu informieren.

Barby l Mit rund 150 Arbeitsplätzen ist Cargill einer der großen Arbeitgeber im Salzlandkreis. In der Stadt Barby ist der Betrieb eine feste Größe.

Rund um die Uhr läuft die Produktion von Grundstoffen für die Lebensmittelindustrie in dem Werk. Dabei verarbeiten die Mitarbeiter mehr als eine halbe Million Tonne Weizen. Jeden Tag stehen deswegen die Lkw in Schlangen vor dem Werktor, um das Getreide aus der Region zu liefern.

In Zukunft will Cargill in Barby auch noch Alkohol produzieren, bestätigte Werkleiter Klaus Rinne. Demnächst sollen die Bauarbeiten für die neue Produktionsanlage beginnen, sagte er bei dem Rundgang. Der produzierte Alkohol soll in der Genussmittelindustrie verwendet werden. Als Ausgangsstoff für die Produktion von Trinkalkohol will Cargill Produzenten von alkoholischen Produkten beliefern.

Bei dem Rundgang durch die Produktionsanlage erläuterte Klaus Rinne dem Landrat zudem, dass Cargill in Barby auch in Zukunft auf die Ausbildung von jungen Menschen setze. In drei Berufen bildet das Unternehmen Schulabgänger aus.

Auch bei Cargill sei sich die Werksleitung bewusst, dass die Unternehmen in Zukunft noch mehr um die jungen Menschen kämpfen müssen. Gut ausgebildete Schulabgänger können sich heute schon beinahe den Ausbildungsplatz aussuchen. Die Unternehmen besuchen heute bereits bewusst die Schulen, um auf die Ausbildungsmöglichkeiten in den Unternehmen aufmerksam zu machen. Beim Rennen um die besten Köpfe will auch das Barbyer Unternehmen mitmischen, kündigte der Werksleiter an.

Ein weiteres Thema des Gesprächs mit dem Landrat sei der Hochwasserschutz gewesen. Das Thema spielt bei dem direkt an der Elbe liegenden Unternehmen natürlich eine Rolle. Im vergangenen Sommer hatten die Mitarbeiter in tagelanger Kleinarbeit ein Teil der teuren Anlage in die Höhe montiert. Damit sollten größere Schäden bei einem Dammbruch ausbleiben. Letztlich blieb der Deich stehen, auch wenn es in der Nähe durchaus Probleme mit der Deichsicherung gab. Stark engagierte sich das Unternehmen in der Hochwasserabwehr. Es stellte der Stadt sogar Pumpentechnik zur Verfügung und überwies einen nicht unerheblichen Betrag nach dem Ende der Flutkatastrophe an die Stadt.

Tagelang ruhte außerdem die Produktion an dem Standort. Denn auch viele Mitarbeiter des Unternehmensstandortes waren privat von der Flut betroffen.

Aus Sicht des Landkreises, so Landrat Ulrich Gerstner, habe alles sehr gut funktioniert, sagte er nach dem Rundgang. Der Katastrophenstab habe gute Arbeit geleistet, meinte er rückblickend. Dennoch müsse in den Hochwasserschutz mehr investiert werden, so der Kommunalpolitiker.

Aus wirtschaftlicher Sicht, so Gerstner weiter, sei Cargill, der im Salzlandkreis gleich zwei Unternehmen betreibt, sehr wichtig. Die gute Versorgung mit gutem Weizen aus der Börde mache den Standort im Salzlandkreis einmalig, schätzt der Landrat ein. Er zeigte sich ebenso erfreut darüber, dass das Unternehmen weiter vor Ort investiere.

Das bedeute konkret, dass noch mehr Leute in der Region in dem Unternehmen eine Beschäftigung finden können. Bereits jetzt sucht Cargill für den neuen Produktionszweig Auszubildende, wies Werkleiter Klaus Rinne hin. Er freue sich auf die Bewerbungen von jungen und engagierten Menschen, sagte er.