Calbe/Magdeburg l Nicht nur wegen des frühlingshaften Wetters sind am Sonnabend zahlreiche Calbenser zu einem Ausflug nach Magdeburg gepilgert. Am späten Nachmittag wurde im Volksbad Buckau die erste große Fotoausstellung von Jutta Gampe eröffnet.

Nach einem Klarinetten-Intro lud die Hobbyfotografin, die sich seit vielen Jahren auch weiteren Gattungen der Bildenden Kunst verschrieben hat, unter dem Titel "Weder Berge noch Meere" auf eine Reise in ihre unmittelbare Lebensumgebung ein.

Für die zahlreichen Gäste war dies oft auch ein Ausflug ins Unbekannte, obwohl der Großteil ebenfalls aus Calbe kommt. "Das schöne Gottesgnaden ist gut festgehalten", meinte beispielsweise Frank Hain beim Betrachten der Saaleinsel.

Ein Hauch von Calbe in der Landeshauptstadt

Der Calbenser Maler und Grafiker Hans Both zeigte sich mit Ehefrau Ulrike begeistert von der Formen- und Farbenvielfalt der abgebildeten Strukturen alltäglicher Dinge. Anerkennung gab es auch von der Calbenser Fotografin Angela Ernst. So setzt Jutta Gampe mit einer einfachen Digitalkamera beispielsweise einen Pfropfen Baumharz als Bernsteineule in Szene, entlockt den verwitterten Ruinen ihrer Heimatstadt an der Saale ästhetische Wirkungen oder engt beim Blick auf einen verwitterten Stapel von Holzbrettern den Fokus auf das Spiel unterschiedlicher Farben ein. "Immer jenseits von Postkartenwelten", sagte der Schönebecker Schriftsteller Holger Benkel.

So stellte sich wohl bei vielen Saalestädtern, die sich in Magdeburg mit Fotografien aus dem oft als morbide gescholtenen Calbe auseinandersetzten folgender Effekt ein: "Wenn Du die Art änderst, wie Du die Dinge ansiehst, so verändern sich die Dinge, die Du ansiehst."