Zu einem Informationsgespräch besuchte gestern Landesbildungsminister Stephan Dorgerloh (SPD) die Grundschule Sachsendorf. Fazit der Zusammenkunft: Bis zum Schuljahr 2016/17 ist die dritte Grundschule der Einheitsgemeinde Barby "sicher".

Sachsendorf l Wer realistisch die demografische Entwicklung sowie die Finanzkraft des Landes Sachsen-Anhalt betrachtet, wird von dem Ministerbesuch keine sensationellen Ankündigungen erwartet haben. Stephan Dorgerloh verkündete, was eigentlich die meisten schon wussten: Bis 2017 ist die Grundschule Sachsendorf in ihrem Bestand ungefährdet. Was danach geschehe, müsse generell auf den Prüfstand. Zu weiteren Prognosen im Fall von Sachsendorf wollte sich der Minister nicht aus dem Fenster lehnen. An Barbys Bürgermeister Jens Strube gewandt fragte er: "Falls viele gute Gründe für den Erhalt dieser Grundschule vorliegen sollten, nehmen Sie dann Geld für eine Sanierung in die Hand?" Was laut Strube - die Einheitsgemeinde ist Träger - vom Standorterhalt abhinge, der finanziellen Planungssicherheit wegen.

Bildungsqualität

Kultusminister Stephan Dorgerloh verteidigt generell die geplanten Schließungen von Mini-Grundschulen, wozu Sachsendorf derzeit nicht zählt. Wie der Minister unterstrich, könnten kleine Schulen viel weniger Angebote machen. Eine individuelle Förderung in Kleingruppen sei dort nicht möglich. Darunter würde die Bildungsqualität leiden.

Dorgerloh erinnerte daran, dass Grundschüler bereits acht Fächer zu absolvieren haben: "Das funktioniert in Mini-Schulen nicht jahrgangsübergreifend mit einem Lehrer."

Zwei anwesende Elternvertreter wie auch Nienburgs Bürgermeister Markus Bauer (SPD) fordern ein Signal von der Landespolitik. Sie solle nicht zuletzt durch den Erhalt kleiner Grundschulen ein Zeichen setzen, damit es sich lohnt, auf dem Land zu leben.