In Biere sind die jungen Forscher los - und das seit mittlerweile zwei Jahren. Nun wurde das Projekt "Haus der kleinen Forscher" verlängert. Für die Kinder ein großer Gewinn.

Biere l Die Kindertagesstätte in Biere darf sich erneut die Plakette "Haus der kleinen Forscher" ans Gebäude hängen. Dahinter verbirgt sich ein Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das die Kinder zum Entdecken anstiften soll. Seit 2012 haben die Kinder viele spannende Experimente gemacht. Bei einem Tag ohne Strom haben sie zum Beispiel gelernt, wie man selbst Energie erzeugt. Auch eine Sonnenuhr wurde schon gebaut.

Zusätzlich zu den Experimenten, die vom Projekt vorgegeben werden, experimentieren die Kinder selbst in ihren Forscher-Ecken. "Ich habe mein eigenes Spülmittel hergestellt", sagt Linus Neubert ganz stolz. Dem Fünfjährigen macht das Experimentieren großen Spaß. Sein Kumpel Luis Hauf präsentiert einen Wasser-Strudel aus zwei Flaschen.

"Die Jungs sind meist schneller begeistert als die Mädchen", sagt die Leiterin der Kita, Hannelore Müller. Wenn sie aber erst einmal losgelegt haben, dann sind auch die Mädchen kaum mehr zu halten. Die spielerische Herangehensweise an physische und chemische Experimente, kann eine gute Vorbereitung auf die Schulzeit sein.

An diese erinnerten sich vor Projektbeginn 2012 viele Erzieherinnen wohl mit Schrecken. "Vor den Fortbildungen waren sie erst nicht so begeistert", sagt Hannelore Müller. Zu groß war der Respekt vor Chemie und Physik.

Da die Aufbereitung spielerisch erfolgt, freuen sie sich heute auf die neuen Aufgaben. Dabei lassen sie sich sicherlich auch von den Kindern anstecken, die in ihrer Experimentierfreude kaum zu halten sind.

Sobald es heißt: `Schutzbrillen auf!`, gibt es kein Halten mehr. Dabei bieten die meisten Forscherercken überhaupt keinen Platz für alle Kinder. Sie befinden sich häufig in den Waschräumen. Dafür sind die Forscherecken toll ausgestattet. Pipetten, Reagenzgläser, Lupen - für den Nachwuchs-Forscher steht alles bereit. Die Kinder freuen sich also, dass es weitergeht mit den Forschungsprojekten, für die die Kita mit der Industrie- und Handelskammer Magdeburg zusammenarbeitet.

"Als Gemeinde unterstützen wir das Projekt natürlich in starkem Maße", sagt Bördelands Sozialamtsleiter Bernd Möhring. Neben der Kita in Biere ist auch die Kita Kunterbunt in Eickendorf ein "Haus der jungen Forscher". Auch dort soll das Projekt verlängert werden, der Antrag läuft zur Zeit. "Wir sagen immer: Alles, woran die Kinder Spaß haben, sollte man fördern - na ja fast alles", sagt Bernd Möhring mit einem Augenzwinkern.

Schön sei vor allem, dass der Forscherdrang auch mit nach Hause genommen wird. Diese Beobachtung hat Hannelore Müller an ihrem Enkelkind machen können, das gerne selbst Seifenblasen mit der Oma herstellt.

Bilder