Ein neues Domizil haben die Reiter des Schönebecker Sportclubs. An der Boeltzigstraße finden sie perfekte Bedingungen - dank Sponsoren. Jetzt fehlt nur noch eine Reithalle für den Winter.

Schönebeck l "Es ist ein Traum." Andrea Arlt gerät ins Schwärmen. Warum? Sie steht vor dem Reitplatz des Schönebecker Sportclubs (SSC) und freut sich, dass diese Heimstätte ihrer Reiter endlich fertiggestellt ist. Da steckt neben der Freude auch viel Erleichterung in den Worten der Abteilungsleiterin. Ihre Augen glänzen.

"Ein besseres Domizil kann man nicht haben", sagt Andrea Arlt. Seit Ostern verfügen die Sportler nicht nur über einen Reitplatz, sondern auch über perfekte Bedingungen für die sechs Vereinspferde. Denn neben dem Sand-Reitplatz befinden sich auch ausreichend abgesperrte Grünflächen. "Die sind wichtig, damit die Tiere nicht den ganzen Tag im Stall stehen müssen, sondern selbständig Auslauf haben", erklärt die Abteilungsleiterin.

Das komplette Gelände an der Boeltzigstraße, das von 40 Vereinsmitgliedern genutzt werden kann, ist durch Sponsoren hergerichtet worden. Kostenpunkt: rund 33000 Euro. "Wir als Verein hätten das nicht stemmen können", sagt Andrea Arlt. Deshalb hatten die SSC-Sportler am Gründonnerstag zu einem Grillabend eingeladen - für Sponsoren und Helfer.

Bei der Gelegenheit präsentierten einige junge Reiterinnen, was die Pferde können und was der Platz alles hergibt. So müssen die Vereinsmitglieder nun nicht im Dunkeln reiten. Denn zum "aufgemotzten" Reitplatz gehört eine Flutlichtanlage, die Andrea Arlt am Grillabend zum ersten Mal anschließt. Das ist ein Moment der Ungewissheit. Denn die Pferde müssen sich an dieses Licht erst gewöhnen, erklärt die Abteilungsleiterin. Doch die Sorgen sind umsonst. Zufrieden betrachtet sie ihre Schützlinge, wie sie ihre Runden über den Platz reiten.

Alle sind also glücklich? Nicht ganz. Jetzt fehlt nur noch eins: Eine Reithalle für den Winter. Denn auf dem zugeeisten Reiterplatz ist das Training unmöglich, so Andrea Arlt. Die Pferde jedoch benötigen auch an kalten Tagen ihren Auslauf. "Bis jetzt führen wir die Tiere im Winter durch die Straßen", berichtet die Reitlehrerin. Das sei aber nur ein Auslauf, keine richtige Bewegung. Und: "Anwohner kritisieren, dass dann Pferdeäpfel auf der Straße liegen", sagt Arlt.

"Wir als Verein hätten das nicht stemmen können."

Eine Alternative, an der die SSC-Reiter seit Jahren arbeiten: Sie wollen die Turnhalle der ehemaligen Bruno-H.-Bürgel-Schule in Bad Salzelmen als Reithalle nutzen.

"Seit mindestens fünf Jahren verfolgen die Sportler dieses Anliegen", hat auch schon Frank Schiwek (SPD) im Kultur-, Schul- und Sportausschuss kürzlich bemerkt. Joachim Schulke, zuständiger Dezernent in der Stadtverwaltung, sagte zu dieser Anfrage: "Der Verein hat einen neuen Antrag gestellt, der Ende April von der Stadt beschieden wird." Ob positiv oder negativ, das vermochte Schulke nicht zu äußern. Nur so viel: "Mein Amt ist dafür, dass der SSC die Halle als Träger übernimmt."