Michael Wunschik ist spitze. Für den Vorsitzenden der Ortsgruppe des Naturschutzbundes wurden von den Volksstimme-Lesern bei der Aktion "Du bist spitze!" die meisten Stimmzettel abgegeben. Gleichwohl freuen sich alle sechs Kandidaten über die Werbung für das Ehrenamt in all seinen Facetten.

Schönebeck/Barby/Biere/Calbe l Es ist eine illustre Runde, die sich in der Redaktion der Volksstimme zusammengefunden hat. Fünf der sechs Kandidaten der diesjährigen Aktion "Du bist spitze!" sitzen an einem Tisch. Anlass: Die Auswertung. Und: Die Kandidaten, die das Ehrenamt in seinen vielen Facetten präsentieren, sollen einmal zusammengebracht werden. Das klappt sogar so gut, dass sich Susanne Giest, Christine Dames, Renate Müller, Michael Wunschik und Gerd Siebert (Christian Jung ist im Urlaub) gegenseitig helfen.

So berichtet Christine Dames von ihrem Engagement für die Barbyer Grundschule. Neuer Spielplatz, ein frischer Farbanstrich im Innern der Schule und im Sommer folgt die Sanierung der Toiletten-Anlage. "Auf dem Schulhof fehlen nun noch ein paar Bäume", sagt sie in die Runde. Das ist ein Punkt, an dem Michael Wunschik direkt einhaken kann. Denn als Vorsitzender der Schönebecker Ortsgruppe des Naturschutzbundes kennt er sich auf diesem Gebiet aus.

"Ich kenne eine Firma, die eventuell Bäume spenden kann und eine Stiftung für Natur", sagt er. Christine Dames ist hellhörig. "Das speicher ich gleich alles ab", sagt sie dankbar und macht sich gedanklich Notizen. Wunschik freut sich, schließlich konnte er helfen. Und noch einen Grund hat er zum Lächeln: Er ist von den Volksstimme-Lesern mit 86 von 204 Stimmen zum Lokalmatador 2013 gewählt worden. Als Sieger der Aktion "Du bist spitze!" hält er nun seinen Preis - einen eigens für ihn kreierten Pokal von der Zenser Keramikkünstlerin Bärbel Feldbach - in den Händen. Mit Abstand folgen in der Gunst der Leser Christian Jung (46) und Gerd Siebert (33).

Nichtsdestotrotz es nur einen Sieger gibt, so sind letztlich alle sechs Kandidaten Gewinner. Denn Ansinnen der Aktion ist es, Werbung für das Ehrenamt an sich zu machen. Egal ob sich die Kandidaten für Kultur, Sport, Menschen mit Behinderung, Kranke oder die Natur einsetzen. Welche Facetten das freiwillige Engagement hat, das zeigen allein schon diese sechs Frauen und Männer, die sich in Barby, Calbe, Biere und Schönebeck engagieren.

Die Abschlussveranstaltung nutzt Susanne Giest direkt, um ein paar neue Besucher für die St.-Stephanie-Kirche zu gewinnen. Aus der Tasche zaubert sie Flyer und erzählt von der Orgelprojektgruppe und die Früchte, die der Einsatz für den Sakralbau trägt. "Nun müssen wir das Dach des Hauptschiffes renovieren, das kostet mehr als 600000 Euro", erzählt sie. Das ist eine Hausnummer. "Aber klappern belebt ja bekanntlich das Geschäft", spricht sie allen Kandidaten aus der Seele, was das Akquirieren von Spendengeldern betrifft. Ihre Motivation ist groß. Nicht nur bei der Calbenserin.

Keiner der Ehrenamtlichen lässt sich abbringen, von dem, wofür er sein Herzblut gibt. Auch wenn es immer wieder Niederschläge zu verkraften gibt. "Im Februar wurde bei uns eingebrochen und man hat unsere Tonanlage gestohlen", erzählt Gerd Siebert. Das trifft den Bierer Karnevalclub, denn eine Neuanschaffung schlägt mit rund 1400 Euro zu Buche. "Für uns als Verein ist das schwer zu bezahlen", sagt der Klubpräsident. In der Runde wird genickt. Von Geldproblemen können alle ein Lied singen. Renate Müller vom Vogelzuchtverein "Gut Hohl" muss nur die Miete für den Dr.-Tolberg-Saal nennen, wenn der Verein eine Ausstellung bietet. "Das versuchen wir durch ein geringes Eintrittsgeld, Mitgliedsbeiträge und Sponsoren zu schultern", verrät sie kein Geheimnis.

Bei der Nabu-Ortsgruppe hingegen werden die Klinken nun geputzt, um eine Leiter für den Ausguck in der Nachtigallenoase zu finanzieren.