Das Volksstimme-Projekt Schüler-machen-Zeitung" (SchmaZ) wirkt in der Barbyer Grundschule "Am Prinzeßchen" nachhaltig. Die Kinder geben sogar eine eigene Sonderausgabe heraus.

Barby l Die Klasse 4c möchte am Ende des Schuljahres eine Abschlusszeitung herausgeben, die "Der Schulreporter" heißt. Zur Erinnerung an die ersten vier Grundschuljahre, die wie im Fluge vergingen. Die Klasse wird danach "naturbedingt" in alle Richtungen auseinander driften: Einige Kinder besuchen Gymnasien in Magdeburg, Calbe oder Schönebeck, andere wählen den Sekundarschulweg. Grund genug, etwas Bleibendes zu schaffen, das man sich aufhebt.

"Wir wurden durch unsere Arbeit innerhalb des SchmaZ-Projektes dazu inspiriert."

"Wir wurden durch unsere Arbeit innerhalb des SchmaZ-Projektes dazu inspiriert", sagt Tino Gaßler, der die Kinder an den Computern betreut und den Layout-Entwurf machte. "Chefredakteure" sind Emilia Enderling (9) und Maximilian Reinefeld (10). Die beiden haben schon konkrete Vorstellungen, wie das Blatt aussehen soll. Fotos mit den Portraits aller Kinder sollen rein, Lehrer werden interviewt, wie sie ihre Schützlinge all die Jahre über einschätzten. Was freilich nicht so wie das klassische "Worturteil" auf dem Zeugnis klingen soll, sondern heiterer, entspannter, origineller.

Mal sehen, obs die Lehrer drauf haben ...

Ihre Leserschaft dürften ebenfalls die schönsten und peinlichsten Momente der zurückliegenden Jahre finden. Auch diese Rubrik dachten sich die Kollegen Tino G. und Maximilian R. aus. Weil sie so gut herein passte - Deutsch ist ihr Lieblingsfach - wurde Emilia ins Team geholt.

Sagt Maximilian.

Die beiden Viertklässler sind aber noch auf einem anderen Gebiet kreativ. Für ihre scheidende Klassenlehrerin schreiben sie ein Lied um. Die Melodie wird beibehalten, der Text neu gedichtet. So, dass er zur Lehrerin passt.

Mehr soll aber nicht verraten werden. Neben dem Karaoke-Liveauftritt ist der neue Liedtext auch für den "Schulreporter" vorgesehen.

Projektbetreuer Tino Gaßler erarbeitete mit der Parallelklasse 4a aber noch andere Zeitungsthemen. "Wir wollten mal etwas ganz anderes machen", verrät der 35-Jährige, "nämlich ein Interview mit einem Gastwirt."

Warum, um Himmelswillen, ausgerechnet mit einem Wirt?

"Es hätte auch ein Unterwasserschweißer oder Orgelbauer gepasst. Aber so was haben wir in Barby ja nicht", lacht Gaßler.

Keine weiteren Fragen ...

Also klingelten die Kinder der 4a in mehreren Gaststuben an, machten im "Rautenkranz" schließlich einen Termin. Wobei ihnen etwas gelang, das noch nicht mal die Zeitungsprofis so schnell fragen: "Gibt es Speisen, die Sie kochen müssen, aber nicht essen?" Oder: "Müssen Sie Zuhause auch kochen?" Köchin Doreen Julius-Bolecke gestand erstens: alles gerne selbst zu essen und zweitens: zuhause nicht auch noch kochen zu müssen.

Restaurant-Chef Frank Bläsing outete sich ebenfalls privat: Auf die Frage, ob er schon immer Wirt werden wollte, räumte er ein: "Nein, eigentlich nicht." Er stamme aus einer Gastwirtsfamilie, wo die Mutter kaum Zeit für ihre Kinder hatte.

Für ein anderes Thema waren die 4a-Reporter in Barby unterwegs und fühlten den Leuten mit heimatgeschichtlichen Fragen auf den Zahn, die nicht von Pappe waren. Sie boten drei Antworten an, von denen eine richtig war. Beispiel: Wie heißt der Ortsbürgermeister? Strube, Warnecke, Neugebauer*. Oder: Was ist auf dem Barbyer Wappen zu sehen? Rathaus, Schloss, die alte Burg*.

Interessant ist die Auswertung in Form einer Statistik. Man staune: Am besten schnitt die Altersgruppe der 71- bis 81-Jährigen ab, gefolgt von den 51- bis 60-Jährigen.

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