Schönebeck l Das rote Haus in der Bahnhofstraße - das ist den Schönebeckern ein Begriff. Auch dass sich hier einst der Sitz der SED-Kreisleitung befand, ist nichts Neues. Und was verbirgt sich noch alles hinter diesem Gebäude, in dem heute der Jugendclub "Piranha" zuhause ist? Genau mit dieser Frage beschäftigen sich Piranha-Leiter Stefan Meier und einige junge Clubbesucher.

Einen speziellen Anlass wie etwa ein Jubiläum gibt es nicht. Nur den Grund: "Je weiter wir in der Geschichte vorstoßen, umso interessanter wird es", erklärt er. Zu den bisherigen Rechercheergebnissen zählt der Fakt, dass das rote Haus im 20. Jahrhundert als Finanzamt genutzt wurde. Besteht hierbei eventuell auch ein Zusammenhang zu den zwei Luftschutztüren, die die Clubleute im Keller schon längst entdeckt haben?

"Wir haben auch gehört, dass in dem Haus einmal ein Erotik-Shop gewesen sein soll", berichtet Stefan Meier von den Fragen, die sich bisher während der Recherche ergeben haben. Um ein wenig mehr Klarheit zu erreichen, waren die jungen Historiker in den Osterferien im Schönebecker Stadtarchiv. Doch auch über Informationen von Zeitzeugen würden sie sich freuen. "Wir hoffen auf Anekdoten und auch die Angabe der Gewerke, die sich hier einst befanden", nennt Stefan Meier Beispiele, für die sich die Geschichtsgruppe des Piranha interessiert.

Was soll aus den Recherchen am Ende entstehen? "Vielleicht eine Chronik oder eine Collage", sagt der Clubleiter. So richtig einig seien sich die Geschichts-Leute noch nicht. Es hänge von den Ergebnissen ab. Schönebecker, die die Geschichtsgruppe des Piranha unterstützen wollen, können sich täglich ab 14 Uhr in dem Jugendclub in der Bahnhofstraße melden.