Heute soll das Strandbad "Seepark Barby" mit Einschränkungen eröffnet werden. Ursprünglich sollte die Badesaison vergangenen Sonnabend beginnen. Doch ein Sicherheitsmangel tat sich auf.

Von Thomas Linßner

Barby l "Wir haben schon einige Anfragen bekommen, warum bei dieser Hitze der Seepark noch immer geschlossen ist", gesteht Bürgermeister Jens Strube. Das Thermometer kletterte auf über 30 Grad und das Strandbad war zu. Die Leute sauer, Einnahmen gleich null.

Was allerdings begründet war. "Ab Mitte April wurde der Strand durch rund 3000 Tonnen Sand erhöht", weiß Seepark-Verantwortlicher Daniel Schulz. Stürme hatten über Monate das Wasser so in Bewegung versetzt, dass es die Spiel- und Liegeflächen verkleinerte. Ein Teil des neuen Sandes wurde im April mit der Planierraupe auch in den See geschoben, des Gefälles wegen.

So weit, so gut.

Doch als Daniel Schulz Anfang Mai bei vorbereitenden Arbeiten durchs Wasser watete, versank er an einigen Stellen beinahe bis zu den Knien. "So was habe ich auch noch nicht erlebt", bekennt Schulz. Auch in den Folgetagen egalisierte sich der Unterwasserbereich nicht so, wie man es sich wünschte.

"Wir konnten unter diesen Umständen den Seepark keinesfalls öffnen", sagt Bürgermeister Strube vor allem mit Blick auf kleine Kinder. Also trat die Stadt erneut an das Kieswerk auf der anderen Seeseite heran und bat um Hilfe. So wurden in den vergangenen Tagen erneut 1000 Tonnen Sand angefahren. (Was wie beim ersten Mal übrigens gratis geschah.)

"Der ist aber von einer anderen Zusammensetzung", berichtet der Bürgermeister. Das Malheur habe etwas mit dem Anteil der Feinanteile zu tun, der jetzt günstiger sei.

Gestern konnte man ein sonderbares Tun beobachten, das sich nur Eingeweihten erschloss. Ein Arbeitsboot des Kieswerkes fuhr vor dem Strand immer wieder hin und her, als hätte der Bootsführer ein Stück Zucker im Tank. "Nee, der weiß schon, was er macht", lächelte Daniel Schulz. Dadurch werde der Sand unter Wasser gleichmäßig verteilt und dichter.

Für gestern Nachmittag hatte sich schwere Technik angekündigt, um den restlichen Strand zu planieren. So soll das Naturbad ab heute zwischen 10 bis 18 Uhr öffnen. Die Strandbereiche sind allerdings vorerst eingeschränkt nutzbar.

Als ob das bisherige Ungemach nicht schon genug am Saisonstart nagt, erreichte die Stadt gestern eine Hiobsbotschaft anderer Art: In der Nacht zum Donnerstag wurden zwei Strandkörbe und vier Stegsegmente aus Douglasienholz geklaut. Spuren zeigen, wie die Strandkörbe Richtung Volleyballfeld geschleppt und dort vermutlich über den Zaun gehoben wurden. Die schicken Holzsegmente (im Vorjahr verschwanden schon mal fünf Stück) werden den gleichen Weg gegangen sein.

Die Stadt stellte gestern Anzeige gegen Unbekannt. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei oder die Stadt Barby entgegen, Telefon (039298) 6720

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