Die Premiere ist gelungen: Die Achtklässler der christlichen Sekundarschule in Großmühlingen haben am Sonnabend ihre Segnungsfeier begangen. Der Rahmen hätte passender nicht sein können.

Großmühlingen l Diese Segnung, die 14 Achtklässler am Sonnabend in der Kirche Großmühlingen erfahren haben, war ein Novum. Etwas Neues. Die Jugendlichen würden sich auf einen Weg begeben, dieser Tag sei symbolisch für den neuen Lebensabschnitt, der nun beginnt: das Erwachsenwerden. Klassenlehrerin Ute Wysocka fand rührende Worte für ihre Schützlinge.

Für "meine Kullerkekse", wie sie sie lange Zeit genannt habe. "Kindheit mit Verfallsdatum? 24. Mai und die Kindheit ist zu Ende? Ganz gewiss nicht", versicherte Ute Wysocka im sehr festlichen Rahmen der Segnungsfeier. Vielmehr würden sich die Heranwachsenden auf den Weg begeben, sich austesten, körperliche Veränderungen spüren und nicht selten über sich selbst staunen. "Und ich darf dabei sein. Es erfüllt mich mit Stolz, euch so zu erleben, wie ihr seid - auf dem Weg zum Erwachsensein."

"Halt geben mir heute Freunde und Familie"

Die Kindheit müsse jetzt nicht unmittelbar aufhören. Doch es sei Zeit, ein Stück davon abzulegen, so Ute Wy- socka. Das sahen die Jugendlichen genauso und hatten sich eine symbolische Aktion überlegt. Sie gaben nacheinander ihnen in der Kindheit wichtige Dinge in einen Puppenwagen: Lara Janzikowski ein Plüschschaf ("Halt geben mir heute Freunde und Familie"), Justin Jesse einen Teddybär ("Heute interessiert mich das Moped mehr), Aimee Anij Große ein Spielzeugpferd ("Heute reite ich auf großen Pferden") oder Nico Ritz einen Plüschbären ("Heute brauche ich eine Werkbank und gutes Werkzeug").

Die Segnung erhielten die Jugendlichen dann von Pfarrer Thomas Lütgert. Einzeln traten die Heranwachsenden nach vorn, sagten einen Leitspruch für ihr weiteres Leben auf und wurden dann gesegnet. Matthias Ihlo, der die Feier gesanglich abrundete, sang als Segenslied "Keinen Tag soll es geben". Zu "Time to say goodbye" zogen die Gesegneten aus dem Gotteshaus.

"Die Idee der Segnungsfeier ist nicht neu, wir haben das nicht erfunden", sagte Ute Wysocka, gefragt nach dem Ursprung dieser Veranstaltung. In anderen Kirchengemeinden würden diese Feiern bereits stattfinden. "Es wäre fatal, diesen Gedanken nicht aufzunehmen. Die Kinder haben den Raum Kirche schon für sich angenommen. Solch Chance kann man nicht vertun. Das ist die logische Folge", erklärte die Lehrerin der christlichen Sekundarschule.

Gemeinsam mit Schulleiterin Ruth Pakendorf hatte sie den Festakt gestaltet, unterstützt natürlich vom ganzen Lehrerteam. "Alle waren aufgeregt. Auch für uns war es etwas ganz besonderes", so Ute Wysocka.

 

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