Landesbauminister Thomas Webel (CDU) übergab gestern den 2000. Fluthilfebescheid. Empfänger war die Familie Jedlitschka in Groß Rosenburg. Sie hatte Nachfolgeanträge gestellt.

GroßRosenburg l "Man kann das ja gar nicht alles absehen", sagte Elke-Dagmar Jedlitschka. Nachdem das Haus saniert war, kam der Schimmel. Kurz vor Weihnachten stellte die Familie fest, dass sich der gefährliche Pilz im Wohnbereich ausbreitete. Es half nichts - der Innenputz musste herunter. Weil die Groß Rosenburger bereits Geld für die Vorsanierung bekommen hatten, stellten sie erneut einen Fluthilfeantrag.

Gestern erhielten sie von Minister Thomas Webel und dem Chef der Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB), Manfred Maas, einen weiteren Bescheid über knapp 13000 Euro.

"Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, als die Bewohner von Groß Rosenburg evakuiert wurden", erinnerte sich Thomas Webel und hielt fest: "Das Hochwasser von 2013 hat tiefe Spuren hinterlassen. Für die meisten materiellen Schäden haben Land, Bund und EU ein Hilfspaket geschnürt, das in dieser Größenordnung einmalig ist - und auch bleiben wird."

Dritten Antrag genehmigt

Nach dem Deichbruch bei Breitenhagen am 9. Juni 2013 versanken Groß Rosenburg und andere Ortschaften im Elbe-Saale-Winkel in den Fluten. Beim Ehepaar Jedlitschka stand das Wasser 1,30 Meter im Haus - Gesamtschaden über 94000 Euro. Schon im September und Dezember flossen Hilfsgelder in Höhe von 60000 Euro in die Instandsetzung des Wohnhauses an der Georgstraße. "Bis zu 80 Prozent der Sanierungskosten werden über den Aufbauhilfefonds abgedeckt. Private Wohneigentümer, Vermieter und Mieter können damit beispielsweise Gebäude trockenlegen, Fassaden erneuern und neue Möbel anschaffen", erläuterte Maas. "Wie auch bei den Jedlitschkas treten einige Schäden erst jetzt zu Tage. Deshalb können Betroffene auch einen zweiten oder dritten Antrag stellen. Wichtig: Am Jahresende läuft die Frist für die Einreichung ab."

Bei der Groß Rosenburger Familie konnten viele Schäden behoben werden. So erhielt sie zum Beispiel eine neue Heizungsanlage, der abgesoffene Öltank wurde entsorgt, das Mauerwerk zum Großteil getrocknet, Türen ausgetauscht, Elektroleitungen erneuert und Wohnräume vom Boden bis zur Decke saniert. Mit den jetzt übergebenen Geldern soll die Außentreppe neu gemacht werden.