Erst waren es noch Gerhard Schnock und seine Radfahrer-Freunde, die auf den fehlenden Radweg zwischen Förderstedt und Staßfurt aufmerksam machten. Dann kamen die Sportler der Zentralen Landsportgemeinschaft Atzendorf hinzu.

Von Franziska Richter

Förderstedt l Jetzt sind es nicht mehr nur die Fahrradfahrer, die sich mit der Situation nicht mehr abfinden wollen. Henrik Fischer hat vor zirka fünf Wochen in seinem Laden in Förderstedt angefangen, Unterschriftenlisten auszulegen und seine Kunden darauf anzusprechen. "An den Verkehrsminister" steht auf den Listen. Wer unterschreibt, der fordert den Neubau eines Radwegs zwischen Förderstedt und Staßfurt. "Ich war so sauer, als ich in der Zeitung las, dass das Ministerium in Zukunft keinen Radweg bei uns bauen will, dass ich mit der Unterschriftenaktion einfach angefangen habe", sagt Henrik Fischer. Dazu stellte er ein Schild vor seinen Laden, das auch andere Bürger als die Stammkunden in den Laden trieb. Henrik Fischer erzählt eine Anekdote aus seinem Laden: "Ich habe mal einen Kunden gefragt: Hast du schon unterschrieben? Der meinte: Nein, ich fahre ja kein Fahrrad. Ich fragte ihn wieder: Und fährst du Auto? Na klar, war die Antwort. Da meinte ich nur: Ist Dir schon mal ein Radfahrer dort auf der Landstraße entgegengekommen? Da sagte der Kunde plötzlich: Ach ja, du hast Recht. Ich unterschreibe."

Parallel dazu waren Burkhard Naumann und Jan Zaschke mit Unterschriftenlisten unterwegs, haben Menschen angesprochen und um Unterschrift gebeten. Jan Zaschke stört das Problem des fehlenden Radwegs seit langem. "Mir geht es dabei um meine Kinder. Ich bin nach Förderstedt gezogen, weil ich dachte, hier hat meine Familie alles", erklärt er.

Außerdem würde er gern mit dem Fahrrad auf Arbeit fahren. Viele Menschen aus Förderstedt müssen täglich ihr Leben riskieren, weil sie auf das Rad angewiesen sind.

"Es sind immer noch Unterschriftenlisten, zum Beispiel in Atzendorf, im Umlauf", sagt Jan Zaschke, der sich mit Gerhard Schnock und Henrik Fischer zusammengetan hat, um Ideen zu entwickeln. Mit welcher Art des Protests können die Bürger ihr Anliegen am schnellsten durchsetzen? Diese Frage beratschlagen sie zur Zeit. Bürgerinitiative, Petition oder doch Straßenaktionen?

Jan Zaschke hat einige Unterstützer gefunden. Er will die Liste an den Verkehrsminister des Landes Sachen-Anhalt schicken und damit zeigen, wie vielen Bürgern der Radweg wichtig ist. Auch an eine Petition hat er schon gedacht.

Wer auch unterschreiben will, kann das in Förderstedt bei Henrik Fischer, Hinter der Achte 6, oder im Rentnertreff (dienstags und mittwochs 13 bis 16 Uhr) tun.

 

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