Der Firmensitz der Procon GmbH am Burgwall trug beim Hochwasser 2013 erheblichen Schaden davon. Ende dieses Jahres will Geschäftsführer Johannes Lübbers mit seinem Konzern in den "trockenen" Industriepark West ziehen.

Schönebeck l Auf einer Fläche von 700 Quadratmeter sollen die 15 Mitarbeiter der Procon GmbH, die Heißgetränkeautomaten verkauft und installiert, ihr neues Lager aufschlagen. Der erste Spatenstich für den neuen Firmensitz ist getan. Nun kümmern sich Ralph Schmidt und seine Mitarbeiter der Firma Schmidt + Partner Stahlbau GmbH darum, dass die Halle im Industriepark West bis Ende 2014 bezugsfertig ist.

"Eigentlich stand ein Umzug mit Neubau nicht mehr im Lebensplan, aber nun bin ich sehr froh, diesen Schritt gegangen zu sein", erklärt Geschäftsführer Johannes Lübbers. Momentan sitzt das 1991 gegründete Schönebecker Unternehmen noch am Burgwall in Elbnähe. Genau diese Lage wurde Johannes Lübbers im vergangenen Jahr zum Verhängnis. "Anfang Juni 2013, um etwa 9 Uhr morgens, stieg der Pegel dramatisch an und das Wasser stand auf unserem Gelände etwa 40 Zentimeter hoch", erinnert Lübbers sich. Seitdem konnten die Büros nur notdürftig in Stand gesetzt werden. "Auf Dauer ist der momentane Zustand unzumutbar", sagt Lübbers.

Zusammen mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Schönebeck suchten Johannes Lübbers und Ehefrau Karin einen geeigneten Ort für den neuen Firmensitz. Lübbers sah sich dabei nicht nur in Schönebeck, sondern auch in den umliegenden Regionen um. Egbert Tramp, Leiter der Schönebecker Wirtschaftsförderung, habe ihn dann vom Industriepark West überzeugen können. So wird die neue Halle an der Wilhelm-Dümling-Straße Platz für Lager, Büros und Präsentationsräumen für die verschiedenen Systeme von Kaffeevollautomaten bieten. Mit der Planung wurde ein Architekturbüro aus Magdeburg beauftragt. Architekt Markus Schmeier lässt es sich nicht nehmen, an diesem Tag auch mit zum Spaten zu greifen.

"Ich weiß, dass dieses Gewerbegebiet lange eine Art Stiefkind der Stadt Schönebeck war."

Bert Knoblauch, Oberbürgermeister

Besonders Oberbürgermeister Bert Knoblauch freut sich über die Entscheidung von Lübbers, sein Lager genau an diesem Ort aufzuschlagen. "Ich weiß, dass dieses Gewerbegebiet lange eine Art Stiefkind der Stadt Schönebeck war. Die nun mittlerweile siebten Ansiedlung eines Unternehmens im Industriepark West zeigt, dass sich hier etwas bewegt. "Vielleicht zieht dieser Trend noch mehr Unternehmen hier her", sagt Knoblauch. "Als nächstes kümmern wir uns darum, dass dieses Gewerbegebiet einen Breitbandanschluss für ein schnelleres Internet bekommt", gibt er einen Ausblick in die Zukunft.

Zur Ansiedlung in den Industriepark West kann Lübbers anderen Unternehmern nur raten. Er wirkt zufrieden mit seinem neuen Gelände nahe der Autobahn 14. "Hier können wir sicher sein, dass uns ein steigender Elbepegel nichts mehr anhaben kann", sagt Lübbers. Außerdem können er und seine Mitarbeiter künftig den Blick auf die Silhouette der Stadt Schönebeck genießen, fügt Knoblauch hinzu.

"Wie viele neue Mitarbeiter wir einstellen, wird sich zeigen, wenn wir umgezogen sind."

Johannes Lübbers, Geschäftsführer der Procon GmbH

Mit dem Umzug sei auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze fest eingeplant. In welchem Umfang und in welchen Bereichen diese entstehen, könne Lübbers jedoch noch nicht voraussagen. "Wieviele neue Mitarbeiter eingestellt werden, wird sich zeigen, wenn wir umgezogen sind. So eine Entscheidung richtet sich auch immer nach Angebot und Nachfrage", erklärt er.

Die Procon GmbH zieht schon zum zweiten Mal innerhalb von Schönebeck um. Bei der Firmengründung 1991 befand sich der Sitz noch an der Welsleber Straße. 1993 wurde der Sitz zum Burgwall verlegt, wo das Gelände von den Hochwassern 2002 und 2006 noch verschont blieb. Die Firma beliefert Kunden in einem Radius von 150 Kilometer und ist damit auch über die Grenzen von Sachsen-Anhalt hinaus tätig. Über 2000 Systeme der Firma Procon sind zur Zeit in Unternehmen, Banken, Autohäusern, Altenheimen, Tankstellen und auch anderenorts in Betrieb und werden von den Mitarbeitern gewartet.

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