Am Dienstagabend können Schönebecker gute Musik erleben und Gutes tun. Das Musikschulorchester Saitenspiel und Gäste laden zum Benefizkonzert in die Marienkirche ein. Die Einnahmen kommen dem Kinderhospiz der Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg zugute.

Schönebeck l Schlicht und ergreifend ein Jahreskonzert zu spielen, das kann jeder. Diesen Gedanken tragen die Musiker von "Saitenspiel" schon lange in sich. So gestalten sie ihre Konzerte immer für einen guten Zweck, ausgerichtet auf Kinder. "Die Idee dazu wurde irgendwann einmal im Orchester geboren. Der Elternrat der Kinder trägt das Vorhaben immer gern mit", sagt Leiterin Susanne Visontay. So wie die Musik das Ensemble verbinde, könnte sie auch die Zuhörer erreichen und ihre Hilfsbereitschaft fördern. "Das Konzert ist nicht nur bloße Leistungsschau, sondern auch wertvoll und sinnstiftend für alle."

In diesem Jahr soll das Geld des Benefizkonzertes an das Kinderhospiz der Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg gehen. "Von der Arbeit dieser Einrichtung war viel in der Presse zu lesen. Das haben auch die Kinder und Jugendlichen mitbekommen und in den Familien oder im Orchester darüber gesprochen", sagt Susanne Visontay. Vom Orchester aus habe man dann den Kontakt gesucht und in der Landeshauptstadt viel Begeisterung für die Idee erfahren. "Das Hospiz hat einen großen Einzugsbereich und doch wird seine Arbeit oft bloß mit Magdeburg in Verbindung gebracht. Die Verantwortlichen waren froh, dass sie auch hier wahrgenommen und in dieser besonderen Weise bedacht werden."

Im vergangenen Jahr kam die Hilfe Flutgeschädigten zugute. Rund 2100 Euro hat das Orchester 2013 beim Benefizkonzert eingespielt. Eine beachtliche Summe. "Sicherlich sind die Leute damals anders emotional gerührt gewesen, oder sogar betroffen. Doch auch das Thema Tod in Verbindung mit Kindern verdient eine öffentliche Würdigung und unsere Anteilnahme", fasst Susanne Visontay die Idee des Orchesters hinter dem Wohltätigkeitszweck zusammen.

Musikalisch wollen sich nicht nur die "Saitenspieler" allein ins Zeug legen. Das Musikschulorchester mit Kindern und Jugendlichen aus der Region bis nach Hecklingen und Staßfurt bereitet sich seit einem Jahr auf den Auftritt vor. Viele musikalische Gäste bereichern das Programm. "Wir können den Zuhörern echte musikalische Vielfalt bieten und auch unsere Repertoiregrenzen erweitern", freut sich Susanne Visontay. Das Konzert gestalten der Chor des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums unter der Leitung von Sixta Thiere, die Percussiongruppe der Musikschule unter der Leitung von Olaf Timme, Gitarristen und Sänger der Musikschule mit. "Wir sehen uns da als Verbindungsglied", sagt die Dirigentin und erklärt, dass "Saitenspiel" das größte Ensemble der Kreismusikschule sei. Für die Bildungseinrichtung wolle man mit dem Zusammenspiel nach außen die Bandbreite des musikalischen Angebots zeigen und bei allen jungen Musikern Identifikationspunkte mit der Schule schaffen. Und dann auch die Verbindung zu anderen musizierenden Jugendlichen suchen. Und zu Profis. Denn mitspielen werden auch Musiker der Kammerphilharmonie und der Magdeburgischen Philharmonie sowie der beim Philharmonia Orchestra in London wirkende Schönebecker Zsolt-Tihamer Visontay als Solist. "Für die 23 Geiger und Cellisten im Alter von 10 bis 18 Jahren ist das eine schöne Anerkennung, dass die Orchestermusiker mit ihnen gemeinsam musizieren. Eine Motivation für das eigene, ganz wichtige Ensemblespiel."

Bei einer so großen Konzertbesetzung lässt sich an dieser Stelle nur ein Einblick in die Bandbreite des Programms geben. Neben einem Violinkonzert von Bach erklingen ein Cello-Doppelkonzert und ein Konzert für zwei Gitarren von Vivaldi, aber auch Orffs Chor "O Fortuna" aus Carmina Burana. Irische Weisen, Filmmusik oder ein Abba-Medley runden alles ab.

Abrundung erfährt der Konzertabend auch durch eine Pausenversorgung, die der Elternrat des Orchesters übernimmt, ein Imbiss und Getränke werden geboten. "Das läuft von ganz allein bei diesen super Eltern, ohne dass etwas groß vorher besprochen werden muss. Mich rührt dieses Engagement und ich bin dankbar dafür, weil es unsere Arbeit so sehr trägt."

Alle Mitwirkenden, musikalisch und hinter den Kulissen, freuen sich auf viele Zuhörer beim Benefizkonzert morgen in St. Marien.