"Kennen Sie Ihre Heimat?" fragte die Volksstimme am Dienstag. Und die vielen Zuschriften und Anrufe gaben die Antwort: Ja, Sie kennen Ihre Heimat.

Schönebeck l "Die Magdeburger kamen sehr gern zum Einkaufen nach Schönebeck", sagt Dario Malkowski, als er sich zum Heimaträtsel der Volksstimme am Redaktionstelefon meldet. Der 88-Jährige erinnert sich an goldene Zeiten zurück, als man von der heutigen Bahnüberführung (damals ein beschrankter Bahnübergang) bis zum Markt flanieren konnte und alles bekam. "Wir haben immer gesagt: Man kann als Nackter an der Bahn starten und ist voll eingekleidet am Marktplatz angekommen, samt Spazierstock und Spezialhut." Dario Malkowski, in Salzelmen geboren und in Felgeleben und Schönebeck aufgewachsen, kennt die Salzer Straße gut. Noch heute hat er die Geschäfte vor Augen, die es hier gab. In seinen Aufzählungen tauchen das Schreibwarengeschäft Mattusch auf, die Bäckerei Pfeifer, Spielwaren Schubert, Fleischerei Pempel, aber auch ein Schokoladengeschäft, das später Zeitungshandel wurde, oder das Hotel Mund. "Im Schreibwarengeschäft gab es Indianer- und Soldatenfiguren der Firma Lineol. Man bekam einfach alles, was man brauchte", sagt Dario Malkowski. Auch ein bisschen wehmütig. Denn er findet: "Die Straße heute hat eigentlich nichts mehr mit dem alten Schönebeck zu tun." Es gebe kaum noch Traditionsgeschäfte.

In Erinnerung ist die Salzer Straße Dario Malkowski aber auch noch aus einem anderen Grund: "Von den Jugendlichen wurde sie als `Die Renne` bezeichnet." Hier, auf der linken Seite Richtung Markt, liefen die jungen Frauen und Männer auf einem breiten Gehweg aneinander vorbei. Immer wieder. Man tauschte Blicke aus, lächelte sich an. "Das passierte ein paar Mal, dann verließen Pärchen die Renne", sagt Dario Malkowski lächelnd. "Die gesamte Straße war viel belebter als heute, auch abends", so der 88-Jährige. Er gewinnt in dieser Woche auch einen kleinen Preis.

Weitere Zuschriften zu diesem Rätsel folgen in der nächsten Woche.

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