Schönebeck l Sichtlich nervös sitzt Manuel Pickart schon vor allen anderen Auszubildenden, die ihr Abschlusszeugnis bekommen, an seinem Platz. "Ich freue mich schon so lange auf diesen Tag", erklärt er. Manuel Pickart hat seine Berufung gefunden. "Ich wollte schon immer Straßenwärter werden", sagt er. Die Straßen in Sachsen-Anhalt in Stand halten, allen Verkehrsteilnehmern einen reibungslosen Straßenverkehr ermöglichen, das ist seine Passion. Dafür hat er in drei Jahren alles gelernt, was es braucht, um diesen seit 1968 deutschlandweit anerkannten Ausbildungsberuf auszuüben.

Bevor die Zeugnisse an die insgesamt zwölf Azubis und einen Umschüler vergeben werden, haben sich mehrere Vertreter, die Manuel und seine Kollegen über die Ausbildung begleitet haben, angekündigt, um den frisch gebackenen Straßenwärtern alles Gute für die Zukunft zu wünschen. Den Anfang macht die Schulleiterin und Prokuristin der Beschäftigungsförderungs-, Qualifizierungs- und Innovationsgesellschaft mbH (BQI), Britta Duschek. "Die Lossprechung ist bei uns seit 21 Jahren eine feste Tradition", beginnt sie ihre Grußworte. Lossprechung - so wird die Zeugnisvergabe bei der BQI genannt. Hier in Schönebeck werden auch die Azubis der Landesstraßenbaubehörde mit ausgebildet. Acht von den 13 Straßenwärtern werden nach ihrer Lehre weiter dort beschäftigt. "Für den Rest geht es meist in die Kommunen. Sie werden bei den kommunalen Bauhöfen angestellt", erklärt Britta Duschek.

Als Vertretung für den neuen Landrat des Salzlandkreises Markus Bauer ist Reingard Stephan anwesend. Sie lobt die Arbeit der BQI. "Seit 1993 wurden hier 604 Azubis und 63 Umschüler zu kompetenten Straßenwärtern ausgebildet", bemerkt sie. Diesen lobenden Worten kann sich Hans-Heinrich Röhrs, Personalreferatsleiter vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, nur anschließen. Er blickt dabei auch in die Zukunft: "Im August werden acht neue Azubis vom Land Sachsen-Anhalt ihre Lehre bei uns und hier in Schönebeck beginnen." Mit der guten Ausbildungsstruktur in diesem Beruf sieht er Perspektiven für junge Sachsen-Anhalter, um in ihrer Heimat zu bleiben.

Die Grußworte, auch von Karsten Kirmse, Landesvorsitzender der Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten, und Werner Theis, Landesbezirksfachleiter von Gewerkschaft Verdi, sind herzlich. Ale Beteiligten freuen sich sichtlich über die guten Ergebnisse der Absolventen. Vier Auszubildende absolvieren ihre Prüfung mit "sehr gut", der Großteil mit "gut".

Manuel Pickart steht die Anspannung trotzdem ins Gesicht geschrieben. Kurz darauf verwandelt sich diese Anspannung jedoch in Erleichterung. Die Zeugnisse werden endlich überreicht. Manuel Pickart und seine Kollegen dürfen nacheinander vortreten und ihr Abschlusszeugnis in Empfang nehmen. Drei Jahre haben alle auf diesen Moment gewartet. "Ich bin stolz, dieses Zeugnis jetzt in meinen Händen zu halten und in Zukunft die Arbeitskleidung eines Straßenwärters tragen zu dürfen", erklärt er.

Die vier Jahrgangsbesten - Benno Beier, René Gräger, Oliver Neumann und Stefan Gröer - treten ein zweites Mal vor und bekommen von den Rednern neben gratulierenden Worten jeweils eine Kleinigkeit mit auf den Weg.

Manuel Pickart freut sich für seine Kollegen. In der Ausbildungszeit ist die Gruppe zusammengewachsen. Er wird ab sofort von der Landesstraßenbaubehörde in Zerbst weiter beschäftigt.

 

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