Calbe (api) Fast vier Wochen hat der lang gesuchte Feuerteufel die Saalestadt verschont. In der Nacht zum Montag hat der Unbekannte wieder zugeschlagen und einen Kleintransporter in der Nexö-Straße angezündet. Die Anwohner wurden am Montagmorgen durch einen ohrenbetäubenden Knall geweckt. Gegen 2.20 Uhr bemerkte ein Zeuge beim Blick aus dem Fenster einen Feuerschein am Hinterrad eines weißen Kleintransporters. Daraufhin griff er unmittelbar zum Hörer und alarmierte die Feuerwehr. "Wir waren schnell mit 15 Kameraden und zwei Fahrzeugen vor Ort, sagt Ortswehrleiter Uwe Wirth gegenüber der Volksstimme. Die Blauröcke brachten die Flammen unter Kontrolle und konnten ein komplettes Ausbrennen des Fahrzeuges verhindern, an dem dennoch enormer Sachschaden entstand. Wenig später trafen auch Polizeibeamte am Brandort ein. Die Kriminalpolizei untersuchte in den Morgenstunden das Wrack auf verwertbare Spuren. "Genaue Ergebnisse liegen noch nicht vor", sagt Polizeisprecher Marco Kopitz auf Nachfrage. "Ort, Uhrzeit und Vorgehensweise lassen aber keinen anderen Schluss als den Serienbrandstifter zu." Tatsächlich handelt es sich um einen Ort in der Neuen Wohnstadt, der bereits traurige Bekanntheit erlangt hat. An fast gleicher Stelle brannten Autos in den Morgenstunden zu Himmelfahrt am 29. Mai und zuvor am 21. März komplett aus. Im Umkreis von nur wenigen Metern brannten weitere Autos und Lkw, Müllcontainer, Keller von Wohnhäusern und Ruinen ab (Volksstimme berichtete). Nachdem von den Schandtaten des gesuchten Feuerteufels knapp vier Wochen nichts mehr zu vernehmen war, hat sich vor allem unter den Bewohnern der Neuen Wohnstadt schlagartig die Verunsicherung und Angst wieder breit gemacht. "Neue Ermittlungsergebnisse gibt es nicht", erklärt Marco Kopitz. Zwischenzeitlich habe sich auch die vierköpfige Ermittlungsgruppe, die eigens für den Feuerteufel von Calbe gegründet wurde, wieder aufgelöst. Nach vorliegenden Informationen haben sich die Ermittlungen auf zwei verdächtige Personen aus Calbe konzentriert. Hinweise, unzählige Zeugenaussagen und Spuren wurden gesammelt. Verwertbare Ergebnisse, die in eine Anklage münden könnten, gibt es bislang allerdings nicht. Seit Monaten steht die Ermittlungsarbeit der Polizei deshalb massiv in der Kritik der Calbenser Bürger. Viele von ihnen fordern den Einsatz von Fährtenhunden oder Videoüberwachung.